Bild: Anlässlich 25 Jahren Deutsche Einheit gab es auf der SPIEL eine Ausstellung zu DDR-Brettspielen, unter anderem mit dieser Variante von Mensch-Ärgere-Dich-Nicht. Richtig zum Ärgern aber: Fast alle gezeigten Spiele hatten das Thema Reise. , DIE :bsz-GLOSSE Foto: joop

Mensch-Ärgere-Dich-Nicht: Ein Gesellschaftsspiel, das den Namen nicht verdient. Statt gesellschaftlichen oder zumindest familiären Frieden zu wahren, belohnt das sadistische Spielprinzip nur egoistisches, unsoziales Verhalten. 

weiterlesen

Hetze: Das ist die Form der Artikulation von so manchem „Asylkritiker“. Sie „erwärmen“ Unterkünfte für Geflüchtete und bezeichnen sich zugleich selbst als Patrioten. „Gutmenschen“ hingegen seien der böse Abschaum, der nicht merkt, dass „Freiheit und Recht abgeschafft werden“. Wir seien dem Untergang geweiht.

weiterlesen

Hetze: Das ist die Form der Artikulation von so manchem „Asylkritiker“. Sie „erwärmen“ Unterkünfte für Geflüchtete und bezeichnen sich zugleich selbst als Patrioten. „Gutmenschen“ hingegen seien der böse Abschaum, der nicht merkt, dass „Freiheit und Recht abgeschafft werden“. Wir seien dem Untergang geweiht.

weiterlesen

Vermittlung: Das Beschaffen einer Verbindung zu einer bestimmten Sache – etwas wird zu einem Mittel gemacht und setzt unterschiedliche Einheiten zueinander in Beziehung. Es ist die Mediation zwischen voneinander abweichenden Ansichten und Interessen, zum Beispiel bei der Schlichtung eines Streits oder beim Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen. Wenn die kulturelle Begegnung nicht auf Augenhöhe stattfindet, ist das Ausgleichen und Überbücken von Gegensätzen besonders wichtig. Sucht die eine Seite Zuflucht bei der anderen, ist Kommunikation gefragt. Hilfreich dabei kann eine gemeinsame Suche nach Vermittlung sein, etwa von Wissen und Bildung, die eine Verbindung zwischen den sich fremden Elementen herstellen kann.  Allgemein ist es eine Tätigkeit, durch die jemandem etwas vermittelt wird, was der Person fehlt – sei es Wissen, Hilfe oder materieller Gegenstand. Im Alltag kann das vieles heißen: Du vermittelst dem Erasmus-Studi das WG-Zimmer der ausgezogenen Freundin – die RUB vermittelt Geflüchteten einen Einblick in den Uni-Alltag – die :bsz vermittelt Euch die aktuellen Campus-News (oder den neuen Campus-Duft).

:lux

Pluto: Aus Kindertagen kennen wir ihn noch in Gestalt eines knallgelben, hechelnden Hundes, der seine wechselnden Herrchen Micky, Donald oder Goofy treuergeben durch verschiedenste Disney-Filme und Serien begleitet. Womöglich jault er in mancher Szene seine Identitätsprobleme gen Himmel – ohne sich dessen bewusst zu sein, dass dort oben unter anderem auch sein Namensvetter verweilt.

Auch dieser könnte ein Klagelied über ein fehlendes Selbstbild singen. Erst war er der bahnbrechende neunte Planet, dann plötzlich nur noch Zwerg und nun wird er wieder heiß umjubelt wie ein OscargewinnerInnen – wenn das mal nicht eine Identitätskrise zur Folge hat. Ob ihn diese auf lebensmüde Gedanken bringt? In bester Gesellschaft wäre er damit inmitten seiner düsteren Gefolgschaft zweifelsohne. Denn unablässig kreist die planetgewordene Belegschaft der antiken Unterwelt um den armen Kleinen. Doch vielleicht hilft ein Blick in die griechische Mythologie, um das Geheimnis seiner Herkunft zu lüften und Pluto aus der Unterwelt zu befreien. Das Physikalische haben schließlich wir Menschen uns zur Aufgabe gemacht. Sprachlich gesehen ist der lateinische Pluto das Wort für Reichtum.

:mb

Meinungen: Gegensätzliche Meinungen empfinden wir als unangenehm oder provokant. Selten können Menschen damit konstruktiv umgehen. Das sehen wir am besten in Polit-Talks oder können es in Kommentarspalten von Zeitungen lesen.  Wäre es anders, so würde wohl die Politik unendlich langweilig sein. Entgegen der eigenen Überzeugung kann in der Meinung von Anderen ein Stückchen Wahrheit oder sogar Wissen enthalten sein. Aber wen interessiert schon eine Erklärung, wenn man das Recht auf seiner Seite glaubt?

Für manche PolitikerInnen ist dieser Widerspruch sogar ein Grund, die Meinungsfremden mundtot zu machen: Ob mit Erwartungen, Prügeln oder Gesetzen. Für all jene, die einen Dialog abtöten wollen, gibt es zu viele historische Vorbilder, die sich auf ihre Dogmen stützten, um eine Welt nach ihrem Ideal schaffen. Und Dogmen sind echt super! Wenn man zum Beispiel Selbstreflexion total doof findet und gar nicht erst wissen will, wieso andere zu bestimmten Meinungen kommen. Denn die Klügeren wissen, dass sie niemals alles vollständig erklären können und so verhindern sie jede weitere Auseinandersetzung.

:alx

Panorama: „Alles“ – „Ganz“ – „Sehen“. Ein freier Rundblick oder Ausblick von einem erhöhten Punkt über die Landschaft. Für die Menschen im Ruhrgebiet kann  der Blick auf den Schrebergarten von der alten Kohlehalde ein wunderbares Panorama darstellen. Oder der Blick von der Unibrücke zur Betonbunkerlandschaft RUB – was zum Beispiel für Münchener, welche die Alpen vor der Tür haben, eher unvorstellbar ist. Im Panorama-Park im Sauerland sieht man die komplette Landschaft und kann das mit einer Achterbahnfahrt ins Tal kombinieren. In der ältesten Politiksendung der ARD betrachtet man kritisch das politische Panorama der Republik und versucht, einen Weitblick über die Missstände im Land zu entwickeln. Der Künstler Robert Barker ließ sich 1787 seinen „entire view of any country or situation, as it appears to an observer turning quite round“ sogar patentieren – mit Weitblick: Die Panoramafreiheit soll jetzt von der EU eingeschränkt werden. „Nicht“ – „Ganz“ – „Sehen“, Brüssel? 

:tims