Bild: Symbolbild, Die jüngste Entscheidung aus Grenoble sorgt für Aufruhr in Frankreich. Bild:

In der französischen Stadt Grenoble wurde der Burkini und das Schwimmen „oben ohne“ erlaubt. Die Meinungen zum neuen Reglement gehen auseinander. 

In Grenoble wurde das Tragen von Burkinis erlaubt. Éric Piolle, der Bürgermeister von Grenoble, stimmte dem Reglement zu, den Frauen selbst zu überlassen, wie viel oder wie wenig sie beim Schwimmen tragen möchten. Diese Entscheidung sorgte für heftige Diskussionen. Der Innenminister, der Regionspräsident und die Oppositionsparteien machen aus ihrem Rassismus nicht grade ein Geheimnis. Dieses neue Reglement stellt laut ihnen eine „inakzeptable  Provokation“, sogar eine „schleichende Islamisierung“ dar, die nicht mit den französischen Werten übereinstimme. Die sogenannte „Burkini-Entscheidung“ soll jetzt vor Gericht gezogen und aufgehoben werden. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass mit dem neuen Reglement auch das oberkörperfreie Baden für alle erlaubt ist. Frauen dürfen also ohne jegliche Bedeckung des Oberkörpers schwimmen gehen, aber wenn sie sich dazu entscheiden sich bedecken zu möchten, stellt es ein Problem dar. Dabei ist der Burkini lediglich eine Badebekleidung. Er bedeckt alles außer die Hände, die Füße und das Gesicht. Ähnlich wie ein Taucheranzug – der kein Problem für den Laizismus oder für die ,,französischen Werten”, von denen der Innenminister Gérald Darmanin twitterte, darstellt. 

Fragt sich bloß, was denn diese französischen Werte sind, von denen Darmanin in hohen Tönen spricht. Sozialer Fortschritt und ein diskriminierungsfreies Klima gehören, wie es scheint, nicht dazu. Ja der Laizismus ist wichtig für die Franzosen, aber mit dieser Debatte wird wieder mal deutlich, dass die Ausgrenzung muslimischer Frauen in der Gesellschaft, eine Priorität Frankreichs darstellt. Der Beschluss war nämlich gar nicht spezifisch für den Burkini gedacht, sondern für all die Frauen, die sich selber aussuchen möchten, wie sie sich zu kleiden haben. Es mag einige wundern, aber auch viele Frauen zeigen sich ungern freizügig in der Öffentlichkeit – und solange Menschen das Recht dazu haben oberkörperfrei schwimmen zu gehen, sollten andere Menschen auch das Recht dazu haben
es nicht zu tun.  

    :Miena Momandi

weiterlesen
Bild: So macht Sport Spaß: Zwischen Müll und Fäkalien kämpfen auch deutsche SeglerInnen um den Sieg. , Olympia in Rio: In der immer noch verdreckten Guanabara-Bucht treten SeglerInnen gegeneinander an Illustration: ken

Olympia in der Disziplin Segeln. Die Vorstellung von blauem Wasser und weißen Sandstränden trügt. In der Bucht von Rio de Janeiro lieferten sich die SeglerInnen zwischen Müll, Fäkalien und Tierkadavern die ersten Rennen der Vorrunde.

weiterlesen