Bild: Demos, sexuelle Freizügigkeit und mehr: Am 25. Februar startet die Ausstellung zu RUB- und :bsz-Geschichte., Ausstellung zu den ersten zehn Jahren :bsz – Vernissage im Stadtarchiv Illustration: mar

Früher war’s besser? Die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung wollte damals vor allem anders sein. Sie sah sich als Gegenmedium, war bei Studiprotesten und sexueller Revolution vorne mit dabei. So gaben sich in ihren Seiten Marx und Mao, Dutschke sowie nackte Frauen die Klinke in die Hand. Und obwohl in ihren Bleiwüsten der Wind meist von links wehte, wimmelte es von Werbeinseraten. Die Ausstellung „Avantgarde und Alltag – Die frühen Jahre der RUB“ greift diese Gegensätze auf. Die Reise zu den Wurzeln der :bsz beginnt am 25. Februar im Stadtarchiv.

:Die Redaktion

Präsentation: Der Begriff hat seinen Ursprung im Lateinischen und er bedeutet so viel wie “gegenwärtig machen“ oder auch „darbieten“. Wir kennen Präsentationen im Kontext eines Vortrags, also einer Vorstellung, durch die eine ausgewählte Sache dargeboten wird. So zum Beispiel, wenn man den eigenen Partner seinen Eltern vorstellt. Der Fokus verändert sich und die Wahrnehmung wird dadurch tiefenschärfer, der Gegenstand wird zu etwas besonderem. Die BetrachterInnen sehen dadurch Dinge, welche ihnen sonst kaum aufgefallen wären. Ähnlich wie in einem Museum erlangt dadurch die Sache eine Bedeutungsverschiebung. Wir meinen allerdings nicht immer „Präsentation“, sondern eigentlich „Repräsentation“. Die Begriffe ähneln sich, doch handelt es sich bei Letzterem um ein Abbild oder Modell. Richtig wäre es also beispielsweise zu sagen: „Hiermit, o holde Lebensspenderin, repräsentiere ich, mit diesem Bild, meine Freundin! Schau, wie schnuckelig sie ist!“ Aber wer redet denn bitte so?

:alx

Bild: Trotz aller Willkommenskultur: Absperrband im Nieselregen vor dem ehemaligen Priesterseminar. , Soziales Experiment: Bezirksregierung Arnsberg lässt Asylsuchende in Studi-Wohnheim unterbringen Foto: USch

Das hatte sich die Arnsberger Bezirksregierung sicherlich einfacher vorgestellt: Um dem bereits seit Mitte 2014 verschärften Notstand bei der Unterbringung Asylsuchender zu begegnen, werden aufgrund der stark gestiegenen Zahl Flüchtender insbesondere aus dem Kosovo inzwischen auch Zwangsmaßnahmen angeordnet. Während in Olpe sogar eine „Familienferienstätte“ des Kolpingwerks „beschlagnahmt“ wurde, wie die WAZ am 11. Februar berichtete, wies die Bezirksregierung in Bochum das Akademische Förderungswerk (Akafö) an, im zuvor zum Studierendenwohnheim umfunktionierten ehemaligen Priesterseminar auf am Kalwes neben den dort bereits eingezogenen 25 Studierenden bis zu 140 Asylsuchende unterzubringen. Dies ging jedoch nicht reibungslos vonstatten.

„Die Schwierigkeit ist, dass sich die Studierenden wegen der ruhigen Lage bewusst für das Priesterseminar entschieden haben“, beschreibt Peter van Dyk, Pressesprecher des Akafö, einen zentralen Aspekt der gegenwärtigen Mischnutzung des 2013 vom Akafö erworbenen ehemaligen Priesterseminars. Dort sind die mittlerweile 95 überwiegend aus dem Kosovo stammenden Asylsuchenden – entgegen ersten Überlegungen – nun in getrennten Wohnbereichen untergebracht. Trotz Wohnbereichstrennung herrscht momentan einiger Trubel vor Ort – zusammen mit sich abwechselnden Einsatzkräften sind zeitweise insgesamt 150 Personen vor Ort. Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Malteser Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe, haben laut Peter van Dyk „bislang eine phantastische Arbeit geleistet“ und „ein kontrolliertes Wegesystem“ sichergestellt, sodass „der Hausfriede gewahrt wurde.“

„Willkommenskultur“ auf dem Prüfstand

Für ein ruhiges Arbeitsumfeld – etwa zur Examensvorbereitung – kann jedoch nicht mehr in gleicher Weise Sorge getragen werden wie vor der Einquartierung der 95 Asylsuchenden. Das Akafö hat den Studierenden inzwischen eine Mietminderung von 25 Prozent sowie einen temporären Umzug in ein anderes Wohnheim angeboten. Empört hierüber zeigt sich das Organisationsteam für politische Veranstaltungen des Kulturzentrums Bahnhof Langendreer in einer E-Mail ans Akafö: Dies sei „keine Willkommenskultur“. Peter van Dyk hält dagegen: „Wir haben in erster Linie die Verantwortung, uns um Studierende zu kümmern.“ „Das ehemalige Priesterseminar bietet im Vergleich zu den Turnhallen und Schulgebäuden, die derzeit zur Unterbringung genutzt werden, einen sehr hohen Standard“, ergänzt van Dyk. Dagegen sei derweil eine provisorische Unterbringung von Flüchtlingen zum Beispiel für den Deutschen Städtetag „kein Tabu mehr“.

Nervenprobe für Studierende

Wie das Akafö erfuhren auch die studentischen BewohnerInnen erst sehr kurzfristig von den Plänen der Bezirksregierung: „Erfahren haben wird von dem Ganzen erst am vorvergangen Freitag“, sagt Wohnheimsprecher Erik Minte, der Medizin studiert und gerade für seine Physikum-Prüfungen lernt. Bereits tags darauf sollten nach der ursprünglichen Planung 140 AsylbewerberInnen auf dem Kalwes eintreffen und schon am frühen Morgen fanden sich 30 DRK-Einsatzkräfte vor Ort ein, um die nötige Infrastruktur zur Erstaufnahme der Geflüchteten herzustellen. Hierbei „stellte sich heraus, dass die Gegebenheiten vor Ort nicht optimal für die Flüchtlingsunterbringung sind“, so Minte. Der ursprüngliche Plan einer Gemeinschaftsunterbringung in Kapelle, Bibliothek und Aula wurde daraufhin verworfen und stattdessen noch nicht belegte Wohnheimzimmer hergerichtet, wo nun in der Regel drei bis vier Menschen pro Raum unterkommen, während Familien mit bis zu sieben Angehörigen in hierfür geeigneten Wohnungen vor Ort Quartier bezogen. Als Wohnheimsprecher stand er den Plänen skeptisch gegenüber: „Das Akafö sagte im Vorfeld, das sei ein ruhiges Haus und gut geeignet, um sich zu konzentrieren. Wir haben die Hoffnung, dass dies auch wieder so wird“, betont Minte und zitiert leicht ironisch einen Akafö-Werbeslogan: „Kümmern Sie sich um Ihr Studium – wir kümmern uns um den Rest.“

Balanceakt fürs Akafö

Peter van Dyk räumt ein: „Wir haben den Studierenden hier einiges zugemutet.“ Erik Minte unterstreicht, dass ihn seine KommilitonInnen gewählt hätten, um „möglichst wenig Einschränkungen in ihrem Studium“ zu gewährleisten. Angesichts der neuen Situation ließ sich Minte erst vorletzten Sonntag bei einer von rund 50 Prozent der studentischen BewohnerInnen besuchten Wohnheimversammlung nochmals als Heimsprecher bestätigen. „Hier draußen wohnen keine Partypeople“ – die Studierenden im ehemaligen Priesterseminar wünschten „so wenig Beeinträchtigung wie möglich“. Die Bemühungen des Akademischen Förderungswerks erkennt Minte dennoch an: „Wir fühlen uns aktuell durch das Akafö gut betreut und hoffen, dass der Zustand des Hauses in spätestens vier Wochen wieder so hergestellt wird, dass es einer ausschließlich studentischen Nutzung zugeführt werden kann.“ Der Wohnheimsprecher blickt optimistisch in die Zukunft: „Der ideale weitere Verlauf wäre, dass die Politik eine andere Lösung für die Unterbringung von Flüchtlingen findet und diese hier wie zugesagt nur vorläufig ist und bald beendet wird.“

Aktionistische Intervention führt zu Hausverboten

Um das Zusammenleben zwischen Studierenden und Asylsuchenden zu fördern, hatte der Verein University meets Querenburg (UmQ) vergangenen Mittwoch eine aktionistische Intervention geplant, im Zuge derer als „Begegnungszentrum“ ein Jurtenzelt in der ehemaligen Kapelle des Priesterseminars hätte aufgestellt werden sollen. Zudem hätten die Asylsuchenden zusammen mit den überwiegend studentischen AktivistInnen den laut UmQ „verwilderten Garten“ am ehemaligen Priesterseminar herrichten sollen. Akafö-Pressesprecher van Dyk stand der UmQ-Aktion skeptisch gegenüber, da sie „Unruhe in ein ohnehin instabiles Experiment“ gebracht hätte und „wenig durchdacht“ schien: „Gut gemeint ist häufig schlecht gemacht“, so van Dyk zur :bsz. An die Adresse der AktivistInnen appellierte er, „das Hausrecht des Akafö zu wahren“ und stellt klar: „Wir bezahlen einen Gärtner, glaube ich, gut dafür, dass er den Garten hier pflegt.“ Auch Erik Minte zeigt sich vom UmQ-Projekt um Philipp Unger wenig begeistert: „Die Ideen, die er da hatte, gingen an den Bedürfnissen der Flüchtlinge und ihren Kindern weit vorbei“, ist sich Minte sicher.

Wachdienst sichert Hausrecht

Seit letztem Donnerstag muss das 2013 vom Akademischen Förderungswerk erworbene ehemalige Priesterseminar von einem privaten Wachdienst gesichert werden, nachdem das Akafö ein Hausverbot gegen den Vorsitzenden des UmQ e. V., Philipp Unger, ausgesprochen hatte. Eine Security ist nach Auskunft der Bezirksregierung jedoch Standard. Der Vorwurf: Die AktivistInnen, die ein Jurtenzelt als Begegnungszentrum sowie einen Kräutergarten für die Asylsuchenden herrichten wollten, hätten unter anderem versucht, in die Bibliothek zu gelangen, wo derzeit die Geflüchteten registriert werden. Dort hätten sie „heimlich gefilmt“ und die Privatsphäre der Asylsuchenden sowie der Einsatzkräfte nicht hinreichend respektiert. Der zu diesem Zeitpunkt für die Einsatzleitung zuständige Arbeiter-Samariter-Bund erteilte daraufhin Platzverweise und es kam zum Rausschmiss. „Dennoch sind wir weiterhin gesprächsbereit“, so Peter van Dyk.

UmQ-Dementi

UmQ dementiert derweil, dass der Sicherheitsdienst wegen dieser Ereignisse beauftragt wurde: „Wir weisen ausdrücklich von uns, dass der Sicherheitsdienst unseretwegen engagiert wurde“, heißt es in einer der :bsz vorliegenden UmQ-Stellungnahme. „Auch der Vorwurf des heimlichen Filmens hat uns überrascht, da die Situation noch vor Ort geklärt wurde“, teilten drei Vereinsmitglieder der :bsz mit. Zwischen dem Verein und dem Akafö-Pressesprecher habe zudem eine mündliche Vereinbarung bestanden, an jenem Mittwoch einen Seminarraum im Priesterseminar nutzen zu dürfen, um sich dort „mit Interessierten zu treffen und zu sondieren, in welcher Form eine Veranstaltung stattfinden“ könne, heißt es in einer der Stellungnahme. Auch die ablehnende Haltung des Wohnheimsprechers stößt auf Verwunderung beim UmQ e. V.: „Zusätzlich hatte sich der Verein mit seinen Plänen am Sonntag, den 15. Februar, bei der studentischen Heim-Vollversammlung vorgestellt und für die Projektidee weitestgehend Zustimmung erhalten.“ Dies gilt auch für die Sozialen Dienste vor Ort. So habe sich UmQ „im Vorfeld mit dem DRK abgestimmt“. „Der Ansprechpartner des DRK war der Projektidee zugeneigt und sah hierin eine mögliche Bereicherung der Wohnsituation, verwies aber auf weitere Zuständigkeiten des Akafö“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Bedenklicher Zwischenfall

Hintergrund für die Installation eines Sicherheitsdienstes sei vielmehr die auch der WAZ zu entnehmende „Auseinandersetzung zwischen einzelnen Flüchtlingen“ gewesen (siehe WAZ Bochum vom 20. Februar 2015): Als am Mittwoch ein Bus mit etwa 50 albanischen AsylbewerberInnen eintraf, sei es zu Gewaltandeutungen gegenüber den kosovarischen BewohnerInnen gekommen; der Bus sei daraufhin umgehend wieder zum ursprünglichen Unterkunftsort der Neuankömmlinge zurückgeschickt worden. Nicht zuletzt angesichts dieses Vorfalls hätte sich auch das Akafö ein wesentlich besseres politisches Fingerspitzengefühl der Bezirksregierung erhofft.

Zusammenarbeit mit Politik optimierbar

„Die Kommunkation zwischen der Bezirksregierung und den Beteiligten hier vor Ort scheint mir verbesserungsfähig. Natürlich ist klar, dass auch Arnsberg angesichts der offenbar unerwartet vielen Flüchtlinge unter großem Druck steht“, betont Peter van Dyk. „Wir sind zu einer unpolitischen Haltung verpflichtet“, bekräftigt er mit Blick auf eventuelle Abschiebungen, die jedoch wahrscheinlich nicht direkt vom Kalwes aus erfolgen würden. Aber: „Wir drängen darauf, dass das Ganze engmaschiger betreut wird und immer ein Ansprechpartner aus Arnsberg vor Ort ist. Es handelt sich nach wie vor um ein Studierendenwohnheim – alles andere ist Sache der Bezirksregierung.“

Links:

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-olpe-wenden-und-drolshagen/regenbogenland-ab-sofort-fluechtlings-unterkunft-id10337022.html

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/vorfall-am-fluechtlingsheim-im-alten-priesterseminar-id10374766.html

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/priesterseminar-ist-nun-voll-belegt-aimp-id10380958.html

http://www.derwesten.de/politik/fluechtlinge-ziehen-ins-alte-bochumer-priesterseminar-aimp-id10348296.html

http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/bochum/Fluechtlinge-Im-Rekordtempo-zur-Notunterkunft;art932,2627123

Bild: Attentate und nackte Haut: Ausstellungsmacher und :bsz-Redakteure Alex (l.) und Uli präsentieren das Rohmaterial für unsere Jubiläumsausstellung. , Zehn Jahre RUB im Spiegel der :bsz – Ausstellungsstart im Stadtarchiv Foto:joop

In die Vergangenheit zu reisen, ist kein leichtes Unterfangen, selbst wenn mit einem Zeitungsarchiv reichlich historisches Material zur Verfügung steht. Dennoch wagt die :bsz einen Abstecher in die Jahre 1967 bis 1977: In der Ausstellung „Avantgarde und Alltag – Die frühen Jahre der RUB“, die am 25. Februar im Bochumer Stadtarchiv startet, wird die wilde Jugend der dienstältesten Studierendenzeitung Deutschlands wieder lebendig.

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Bild: Blick in die Geschichte des Bergbaus und des Bergbaumuseums., Deutsches Bergbaumuseum zwischen Umbau und Sonderausstellung Foto: tims

Sein 85-jähriges Jubiläum feiert das Deutsche Bergbaumuseum im April diesen Jahres und lockt aktuell BesucherInnen mit diversen Sonderausstellungen. Die Dauerausstellung ist bereits zu einer Institution im Ruhrgebiet geworden: ein Muss für LokalpatriotInnen, Zugezogene und sogar für ausländische Gäste, welche die Faszination Bergbau erleben möchten – Grubenfahrt inklusive.

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Bild: Ikone des schwarzen Widerstands: Malcolm X., Vor 50 Jahren erschossen: Malcolm X – Kampf und Kritik der Unterdrückung der Schwarzen ist brandaktuell Foto: flickr.com, Cliff

Vom Hipster zum Bürgerrechtler: Die Ikone des Black-Power wurde vor 50 Jahren erschossen, das FBI schaute weg. Malcolm X machte verschiedene Wandlungen durch: Vom kleinkriminellen Dealer über den nationalistischen Prediger einer islamistischen Sekte bis hin zum antikapitalistischen Wortführer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung – ein Leben mit und gegen den Rassismus in der US-Gesellschaft. Seine Reden und Ideen beeinflussten Intellektuelle und AktivistInnen – und sind aktueller denn je.

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Bild: Ein retro-avantgardistisches Leitbild: Laibach-Sänger ­Tomaž Hostnik. , Industrial-Rock aus dem Dritten Reich in Bochum? Was steckt hinter Laibach Foto: mar

Bochum, Zeche. Sonntagabend. Ein Mann mit Tropenkopfschutz in strammer Haltung. Neben ihm steht eine Frau, in edle Garderobe gekleidet, ­hinter einem Sythesizer. Sie singt und gebärdet sich dabei wie Joseph Goebbels. Der Synthesizer wird zum Redepult. Hinter ihr marschieren Menschen über die Leinwand. Die Band Laibach inszeniert auch dieses Konzert vom 15. Februar wie jeden ihrer Auftritte als Machtspiel.

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Bild: Bereit für Gangster-Action: Das Ensemble des Lotmann-Theaters. , Von Euch für Euch: Das Lotman-Theater wieder im Musischen Zentrum Foto: kac

Wie würdet Ihr reagieren, wenn Ihr erfahren würdet, dass es einen Familienschatz gibt? Wie es die Romanhelden der  „Zwölf Stühle“  aufgefasst haben, könnt Ihr trotz vorlesungsfreier Zeit in unserem Uni-Theater ansehen. Gönnt Euch eine Auszeit im MZ, denn Elena (ehemalige RUB-Studentin) hat auch in diesem Semester einen russischen Klassiker für die Studiobühne vorbereitet. Der weltberühmte Gangsterroman wird kommendes Wochenende aufgeführt.

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Bild: Dr. Martin Luther King jr. spielte bei dem Protestmarsch in Selma eine entscheidende Rolle. , „Selma“ bitte im Original anschauen! Quelle: flickr_Social_Stratificatio_CC-BY-ND-2

Mit „Selma“ bringt Ava DuVernay einen der größten und bedeutendsten Bürgerrechtler der USA auf die großen Leinwände: Martin Luther King, gespielt von David Oyelowo, verkörpert den friedvollen Freiheitskämpfer, der seine Stimme als Waffe gegen die vorherrschende Rassentrennung in den USA der 1960er Jahre benutzte und dabei auf Waffen verzichtete. Wer den Film ohne Verlust der Authentizität sehen möchte, sollte ihn sich im Original anschauen.

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Bild: Atmosphärische Scheinwerfer im Palladium beim Alt-J-Konzert., ∆ präsentiert sich künstlerisch – die Briten in Köln Foto: alx

Alt-J waren am 8.2.2015 zu Gast im ausverkauften Kölner Palladium. Neben den aktuellen Tracks aus dem Album „This is all yours“ gab das britische Alternative-Pop-Trio ausgewählte Songs des Debütalbums „An Awesome Wave“ zum Besten. Lohnt sich beim nächsten Mal der Kampf um ein Ticket?

Die Vorfreude im Saal war groß, die Stimmung unruhig angespannt, so dass sich nur ein Bruchteil des Plebsikums auf die Vorband einlassen konnte. Umso größer war die Erleichterung zu spüren, als dann Alt-J die Bühne betraten und das ganze Publikum begeisterten. Vom Original leicht abweichende Songs wurden durch abstrakte Licht – sowie Nebelspiele begleitet und boten eine ansehnliche Bühnenshow. Gelb-oranger Equalizer-Background, Scheinwerfer Vorhänge und Spotlights rückten das Trio in Szene. Ein Konzertbesuch lohnt sich in jedem Fall. Und das industriell wirkende Palladium bietet durch seine Balkone und Rechteckige Form die Möglichkeit, die Bands gut zu sehen.

If you’re happy and you have it …

„An Awesome Wave“ ist ein empfehlenswertes Album und gleiches gilt für „This is all yours“, auch wenn es sich stilistisch vom vorangegangenen abhebt: Flötenspiele, Redneck, und Miley Cyrus. Die Antichristin der US-Konservativen wurde im Vorfeld der Produktion von „Hunger of The Pine“ nämlich von Thom Green (Drummer) gefragt, ob er einen Remix aus ihrem Song „4×4“ machen dürfte. In Zusammenarbeit mit den anderen Bandmitgliedern entwickelte sich daraus der genannte Track, der die Cyrus Vocals „I’m a Female Rebel“ einspielt. Die Briten gehen mit ihrem neuen Album nur wenige Kompromisse ein: „Left Hand Free“ ist wohl der popigste Track des Albums, ‚natürlich‘ direkt nach dem Flötensolo (Interlude – Garden of England).

:Alexander Schneider

:bszinfo

Der Bandname erinnert an die Tastenkombination Alt + J. Wieso es aber Alt – J heißt, lässt sich nur spekulieren. Bei Mac-PCs erzeugt die Kombination das griechische Schriftzeichen und Symbol ∆ (Delta), das in der Mathematik Änderungen anzeigt. Die Band steckte bei der Namensfindung in einer Phase des Wandels.