Kommunismus
Enteignung für den sozialen Frieden
Enteignen statt verbarrikadieren: Wenn gegen Leerstand und Wohnungsnot nichts anderes hilft, sollte die Regierung das Grundgesetz zur Hand nehmen. Bild: juma

Kommentar. In Berlin und Köln forderten vergangene Woche tausende Menschen die Enteignung von Wohnungskonzernen. Das ist mit Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes vereinbar.

Ein Geburtstagskind geht an der Uni um
Das Geburtstagskind: Karl Marx wird 200 Jahre alt.

Politik. Zum 200. Geburtstag von Karl Marx organisieren politische Gruppen an der RUB eine Vortragsreihe. Noch bis zum 5. Juli finden verschiedene Veranstaltungen statt.

Gehisst und aus den Geschichtsbüchern getilgt: Das Theaterkollektiv EGfKA und der Ringlokschuppen Ruhr erinnern an den Ruhraufstand.
Gehisst und aus den Geschichtsbüchern getilgt:  Das Theaterkollektiv EGfKA und der Ringlokschuppen Ruhr erinnern an den Ruhraufstand. Symbolbild: kac

Veranstaltungsreihe. Das Theaterkollektiv EGfKA und der Ringlokschuppen Ruhr erinnern mit ihren Performances bei 

„REVOLUTIONARY LEFTOVERS #1 LOCAL UPRISINGS RUHRAUFSTAND“ an den Kapp-Putsch und fragt sich, ob Revolution noch möglich ist.

Karl Marx und sein Menschenbild – Teil III
Lohnende Lektüre: Marx und Fromm. Foto: Patrick Henkelmann

Die entfremdete Arbeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem bewirkt nach Karl Marx zwangsläufig auch die Entfremdung des Menschen von seinen Mitmenschen – was schließlich zu einer insgesamt entfremdeten und inhumanen Gesellschaft führt. Ausdruck dieser Entfremdung ist für Marx das Verhältnis, in dem der Mensch zu den anderen Menschen steht. In der entfremdeten Arbeit stehen die Arbeitenden unter der Herrschaft der KapitalistInnen (siehe Teil I in :bsz 964). Das Produkt dieser Arbeit gehört nicht den Arbeitenden selbst, sondern den KapitalistInnen – sie sind der „Herr“ des Produktes, das den Arbeitenden als eine sie wirtschaftlich knechtende Macht gegenübersteht. Die entfremdete Arbeit bewirkt daher nicht nur das Verhältnis der Arbeitenden zum Akt und Produkt ihrer Produktion, sondern auch das Verhältnis, in welchem die KapitalistInnen zu diesen sowie zu den Arbeitenden stehen. Marx betrachtet diese Verhältnisse als das Wesen des „Privateigentums“, welches eine notwendige Folge der entfremdeten Arbeit ist.

Karl Marx und sein Menschenbild – Teil II
Arbeit und Natur: Im Kapitalismus entfremdet. Foto: koi

Nach Karl Marx’ Analyse führt die Entfremdung der menschlichen Arbeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem nicht nur zur Entfremdung der Arbeitenden von ihrer Arbeit und den Produkten ihrer Arbeit, sondern auch zu ihrer Entfremdung von der Natur und sogar von ihrem Menschsein an sich. Mit diesen beiden Formen der Entfremdung wird die in der :bsz 964 begonnene Betrachtung von Marx’ Analyse der Entfremdung des Menschen als Folge der kapitalistischen Produktionsweise nun fortgesetzt. Als Primärquelle dienen dabei wieder die zu Marx’ Frühschriften gehörenden „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte aus dem Jahre 1844“, in welchen die entsprechenden Gedankengänge des Philosophen und Ökonomen besonders gut nachzuvollziehen sind.

Karl Marx und sein Menschenbild – Teil I
Karl Marx (1861) – ein Humanist und Gegner der Entfremdung. Foto: Wikimedia Commons

Im 20. Jahrhundert beriefen sich revolutionäre Gruppierungen wie die russischen Bolschewiki oder die Anhängerschaft Mao Zedongs auf das Werk des deutschen Philosophen und Ökonomen Karl Marx (1818 bis 1883) und strebten in ihrem Selbstverständnis zum Wohle der Menschen den Fortschritt und den Kommunismus an. Wo diese Gruppierungen oder ihre Ableger gewaltsam an die Macht gelangten, errichteten sie jedoch totalitäre Systeme, von denen einige zu den inhumansten und mörderischsten Regimen der Menschheitsgeschichte gehören. Die Konterfeis von Karl Marx und Friedrich Engels fanden sich in den ‚roten‘ totalitären Staaten allgegenwärtig neben denen von Personen wie Lenin, Stalin oder Mao. Diese propagandistische Vereinnahmung durch den Bolschewismus wurde in der westlichen Welt größtenteils unhinterfragt übernommen und erschwert oder verstellt bis heute leider vielen Menschen den Zugang zu Karl Marx’ tatsächlichem Denken. Dabei hat Marx bereits 1844 in seinen – bedauerlicherweise erst 1932 veröffentlichten – „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“ gar vor solch einem „rohen Kommunismus“ gewarnt, wie er später im Bolschewismus verwirklicht wurde.