Kolumne

Schon fast vergessen, dass Alexander Gauland in Badehose durch Potsdam stapfen musste. Die paar Minuten sind ja auch nur ein Vogelschiss im Leben eines 77-Jährigen. Eigentlich könnte man das Ganze abtun. Alternativ als kreativen Protest gegen einen altrechten Rassisten oder als Randnotiz.

Vier Dollar. Das sind 3,42 Euro. Das sind vier Cheese Burger in den USA. Oder auch die Entschädigung, die einer Familie zugesprochen wird, wenn die dortige Polizei den Vater von drei Kindern erschießt. Reicht ja auch. Ein Cheeseburger für die Bestattung und jeweils einen Cheeseburger für jedes Kind. Mahlzeit für einen Tag gewährleistet.

„Haha, die AfD zahlt Demogeld.“ Ja, wäre total witzig, wenn man die Tatsache außer Acht lässt, dass diese rechtsradikale Partei durch ihren Einzug in den Bundestag Unmengen an Steuergeldern zugeworfen bekommt, selbst Fliegenwichtel der SPD eine rassistische Politik fordern und das gesellschaftliche Klima mehr an das Ende der Weimarer Republik al

Machogelaber hin oder her. Aber was waren das noch für Zeiten, als ein Proll wie Oliver Kahn unbeholfen vor Kameras dazu aufrief, dass wir „Eier brauchen“? 

Ein Hoch auf den Kapitalismus – denn er funktioniert. Werbefilme für eine Frittenschmiede aus den USA, gedreht von hoffnungsvollen FilmemacherInnen beim 99 Firefilms-Award? Erst der Anfang! Jetzt steigt auch das Immobilienhaifischbecken Vonovia in die Kunstverwertung der etwas anderen Art ein.

 Sehr geehrte Frau/Herr,

An die Waffen! Die CSU ruft zum Kreuzzug gegen die „unheilige Allianz von Religionsfeinden und Selbstleugnern“, wie Chefdemagoge – ähh, Generalsekretär Markus Blume die GegnerInnen des Kruzifixes zu nennen pflegt.

Fett – WLAN in der U35! Darauf haben wir gewartet, kein ätzendes Warten mehr, während man mit leicht innerer Unruhe auf das blinkende „4G“ in der Bildschirmecke glotzt und hofft, dass das Katzenvideo von 2003 lädt, das Mama einem gerade schickt – „Guck mal!“, ergänzt mit einem Potpourri von mindestens sechs unzusammenhängenden Emojis.

„Jeden Somma die gleiche Kacke in Dortmund“, sagt ein Typ hinter mir in der Kneipe, als das Derby dahin tröpfelt. Er meint aber den Fascho-Aufmarsch tags zuvor. Ausnahmezustand: Absperrungen, Personenkontrollen und dieser Hubschrauber, der einen viel zu früh aus dem Schlaf reißt.

Im Gesundheitsministerium gibt es nicht viel zu tun, Jens Spahn muss sich also mit Themen beschäftigen, die nichts, aber auch gar nichts mit seinem Aufgabenbereich zu tun haben. Und bedauerlicherweise scheint Herr Spahn von vielerlei Dingen auch herzlich wenig Ahnung zu haben.

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