Bild: Wie wollen wir in Zukunft leben? Das alte Stadtarchiv soll in ein Mehrgenerationshaus umgebaut werden und gilt als innovatives Beispiel für zukünftige Wohnkonzepte. , Bochumer Rat für neue, innovative Wohnraumkonzepte in Bochum Foto: tims

Die rot-grüne Regierung im Bochumer Rat setzt sich für einen „sozialen und ökologischen Wohnungsbau“ ein und möchte dabei mit Hilfe von innovativen Wohnraumkonzepten neue Anreize für InvestorInnen setzen. Kritik kommt von Seiten der CDU, die sich für „ein Eigentum für junge Familien“ einsetzt und die Flächenpolitik der Grünen kritisiert.  

„Ein Eigenheim für junge Familien muss in Bochum genauso möglich sein wie der Geschosswohnungsbau mit unterschiedlichen Standards“, sagt CDU-Fraktionsvize Roland Mitschke und kritisiert dabei vor allem die rot-grüne Flächenpolitik, welche die Realisierung individueller Wohnprojekte einschränke. 

Die Planungsexpertin der Grünen im Rat, Martina Foltys-Banning verweist hingegen auf die Veränderung der Lebensmodelle der BürgerInnen: „Die CDU hängt immer noch am überkommenen Leitbild der Einfamilienhäuser. Natürlich soll und wird es auch solche Angebote geben. Doch nicht jeder Lebenstraum besteht aus der Vater-, Mutter-, Kind-Familie und dem Häuschen hinterm Jägerzaun.

Schrumpfendes Bochum 

Die CDU-Fraktion sieht vor allem den EinwohnerInnenverlust der vergangenen Jahre als Indiz für eine verfehlte Stadtentwicklungspolitik der Ratsregierung. In den letzten 15 Jahren sei Bochum um 7,4 Prozent geschrumpft, während in Dortmund (3 Prozent) und Essen (2,8 Prozent) das Minus geringer ausfiele. Aufgrund der betriebenen Flächenpolitik seien viele BochumerInnen an die Stadtgrenzen gezogen, um eigene Wohnprojekte zu realisieren. 

Mehr sozialer, ökologischer Wohnungsbau 

Foltys-Banning verweist hingegen auf positive Beispiele des Wohnungsbaus in Bochum und sieht die Umgestaltung des alten Stadtarchivs zu einem Mehr-Generationen-Haus als Zukunftschance, auch für InvestorInnen: „Die Vorstellungen der Bochumer CDU sind auch ökologisch von vorgestern und entgegen der Ziele der Bundesregierung, den Flächenverbrauch in Deutschland von 74 auf 30 Hektar zu senken. Insgesamt verfügt Bochum nur noch über 14.000 Sozialwohnungen bei aktuell 369.314 EinwohnerInnen.

:Tim Schwermer

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