Fast jedeR dritte Studierende stimmte ab: 96 Prozent für neuen Vertrag
Urabstimmung eindeutiger als erwartet
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Auszählung: Wahlleiter und :bsz-Redakteur Christian Kriegel schüttet kistenweise Demokratie aus. Foto: joop
Auszählung: Wahlleiter und :bsz-Redakteur Christian Kriegel schüttet kistenweise Demokratie aus.

Die Studierenden der Ruhr-Universität Bochum haben fast einstimmig für den neuen Vertrag mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr votiert. 96,28 Prozent wollten eine solidarisch finanzierte Fahrkarte behalten und waren bereit, den Aufpreis ab Wintersemester in Kauf zu nehmen. Die Wahlbeteiligung lag mit 30,69 Prozent sehr hoch verglichen mit StuPa-Wahlen. Doch wer gedacht hätte, Wahlzettel mit nur zwei Stimmoptionen ließen sich schneller auswerten, wurde eines Besseren belehrt. Die Auszählung am vergangenen Freitag dauerte bis Mitternacht.

Am Ende war dem Wahlausschuss und den HelferInnen die Erschöpfung anzumerken. Vorbereitung und Durchführung der Urabstimmung in den vergangenen Wochen und nicht zuletzt der sechsstündige Auszählungsmarathon Freitagnacht hatten ihre Spuren hinterlassen. Als im HGB 10 um 23 Uhr das Siegel der als letzte übrigen GA-Urne gebrochen und der rosa Inhalt auf dem Sortiertisch ausgeleert wurde, war der erleichterte Jubel nur zu verständlich. Bis auch diese letzten Zettelstapel ausgewertet waren, sollte es noch dauern.

Um Punkt Mitternacht verlas Wahlleiter Christian Kriegel die Ergebnisse aus GA, kurz zuvor waren auch die Zahlen für GB und NA nach langer Warteperiode bekanntgegeben worden. Die Gesamtwahlbeteiligung konnte dann an der Stelle nicht mehr nachgerechnet werden, weil der Hausmeister die noch verbliebenen Leute zum Verlassen des Hörsaals aufforderte. Unglückliches Timing, aber unglücklich schien der Wahlausschuss nicht zu sein, endlich einpacken zu können beziehungsweise zu müssen. Es wartete eh kein großes Publikum mehr aufs Gesamtergebnis, denn das Interesse auf den Rängen von HGB 10 war am gesamten Abend gering.

Hohe Wahlbeteiligung nur Momentaufnahme?

Von der Beteiligung an den Wahlurnen unter der Woche konnte man dies hingegen nicht behaupten. Bis Freitagnachmittag gaben 12.946 Studierende ihre Stimme ab.  Trotz des großen Zuspruchs wurde das höchste gesetzte Quorum, das vor der Urabstimmung formuliert wurde, nämlich dass 30 Prozent der Studierenden mit Ja stimmen, knapp verpasst: Am Ende waren es 29,52 Prozent. Dennoch ist das eindeutige Ergebnis als Erfolg zu werten.

Die Entscheidung, die Studierendenschaft in dieser wichtigen und das eigene Portmonee sowie die Mobilität der Studis betreffenden Frage direkt abstimmen zu lassen, erwies sich also als richtig. AStA-Vorstandsmitglied Daniel Greger (Gewi) sagte dazu während der Auszählung: „Bei einer Entscheidung dieser Tragweite ist es unerlässlich, die Studis mit ins Boot zu holen und sie auch generell für Hochschulpolitik wieder etwas empfänglicher zu machen.“

Der Wunsch, die höhere Beteiligung möge doch auch auf die nächsten Wahlen zum Studierendenparlament abfärben, wurde an diesem Abend zwar geäußert, aber zugleich in Zweifel gezogen. „Ich fürchte, dass die hohe Wahlbeteiligung sich nicht auf die nächste StuPa-Wahl auswirken wird“, so Greger. Auch VertreterInnen der Grünen Hochschulgruppe sahen das ebenso. Sie gaben aber zu bedenken, dass es sich auf die Wahlbeteiligung positiv auswirken könne, wenn gleichzeitig mit einer StuPa-Wahl eine Urabstimmung durchgeführt würde. Dies mag richtig sein, allerdings kann man solch einen Kniff nur gelegentlich anwenden. Schließlich wird es nicht jedes Jahr ein Thema geben, bei dem eine Urabstimmung durchgeführt werden müsste. Die Hoffnung bleibt, dass nach dem Studiticket-Plebiszit  zumindest einige Studierende mehr als bisher sich  an der Hochschulpolitik beteiligen.

:Johannes Opfermann & Katharina Cygan

Hier die Übersicht der einzelnen Wahlurnen. Insgesamt haben 12.946 Studierende ihre Stimmen abgegeben, dabei gab es nur elf ungültige Wahlzettel.

Wahlurne

Ja

Nein

Ja in Prozent

Wahlbeteiligung

GA

1.765

68

96,29

27,64

GB

2.299

67

97,17

28,67

GC I

1.664

49

97,14

27,04

GC II

1.009

35

96,65

26,83

IC

1.559

93

94,37

31,86

ID

817

51

94,12

38,44

MA

1.056

26

97,60

34,77

NA

1.209

46

96,33

34,73

NC

1.045

45

95,87

37,93

Briefwahl

31

1

96,88

60,38

Gesamt

12.454

481

96,28

30,69

Den :bsz-Liveticker von der Auszählung findet Ihr übrigens hier zum Nachlesen

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