Bild: Im Interview: Stupasprecher:innen Ugur Ince und Nurgül Yildiz , Wir klären hochschulpolitisch auf! Bild: Jana Hruszowiec

Hochschulpolitik? Vielleicht habt Ihr schon davon gehört. Um Euch nicht nur von ihrer Wichtigkeit zu überzeugen, sondern auch Tipps zum Einstieg zu geben, habe ich mit Ugur Ince und Nurgül Yildiz gesprochen, dem Sprecher des Studierendenparlaments und seiner Stellvertreterin. 

Wer seid ihr und was macht ihr? 

Nurgül: Ich bin Nurgül Yildiz, ich studiere Jura im 3. Semester und ich komme aus Altena. Ich bin stellvertretende StuPa-Sprecherin, das ist wahrscheinlich aber kein Geheimnis. 

Ugur: Ich bin Ugur Ince. Ich studiere auch Jura, ich komme jetzt im Sommer in das 7. Semester, bin 24 Jahre jung und komme aus dem schönen Hattingen. Ich bin seit letztem Jahr StuPa-Sprecher. 

 

Wie habt ihr den Einstieg gefunden?  

U: Ich habe gesagt, dass ich aktiv werden will, und dann die Liste gefragt, was sie eigentlich macht. Dann wurde mir die Verbindung zwischen Haushalt, Beschlüssen und AStA überhaupt klar. Dann hab ich gesagt, dass ich Projektideen habe und Sachen umsetzen will – die interessieren mich und ich weiß, dass die meine Freund:innen aber auch andere Studierende interessieren. Diese will ich durchsetzen in einem Wahlprogramm. So bin ich schlussendlich auch Vorsitzender der IL geworden. Und so hab’ ich dann auch Menschen wie Nurgül angesprochen, ob sie nicht aktiv etwas an der Uni ändern will. Menschen mobilisiert und gesagt: Lasst uns etwas ändern. Also wenn Ihr was machen wollt, werdet aktiv und wendet Euch an die Listen. 

N: So hat Ugur mich dann angetroffen und mir erst alles einmal erklärt, von A bis Z. Ich wollte ja nichts machen, wovon ich keine Ahnung habe. Das hat dann schlussendlich dazu geführt, dass ich mich für die Internationale Liste habe aufstellen lassen, und bin nun auch stellvertretende Vorsitzende. Es ist auch einfach interessant zu sehen, wie sehr man selber wächst, und wie sehr das hochschulpolitische System sich im eigenen Kopf zusammensetzt und immer wieder ergänzt. Ich finde das inspirierend und durch und durch positiv, denn du tust etwas für dich, und du tust etwas für andere Studierende.

 

Wie kommt man in die Hochschulpolitik am besten rein? Habt ihr Tipps? 

N: Viele Listen und die StuPa-Sprecher:innen, also gerade wir, sind auch auf den Sozialen Medien aktiv, und haben dort Präsenzen. Wenn eine E-Mail also zu formell wirkt, kann man sich auch immer dort melden. Über das Internet findet man allgemein schnell alle wichtigen Informationen und Kontaktdaten zu den Listen, dem StuPa, dem AStA et cetera. Mittlerweile sind wir sogar auf TikTok, also wirklich überall. 

U: Wir wollen jetzt – hoffentlich klappt das mit Corona – Podiumsdiskussionen veranstalten. Eine Podiumsdiskussion zu einem haushaltspolitischen oder kontroversen Thema wird auf jeden Fall besucht, und sowas wollen wir organisieren. Das wichtigste ist, dass die Leute verstehen, dass es das StuPa überhaupt gibt. Das klingt banal, aber ich kenne Leute, die im 8. Semester sind und noch nie etwas vom StuPa gehört haben. Da muss man auch sagen, dass die Universität das nicht wirklich fördert. Und da sind wir jetzt dran. Wir werden auch mit der Hochschulkommunikation noch ein Interview führen, und uns über den Instagram-Kanal der Uni vorstellen – damit die Leute überhaupt wissen, was es gibt und die Listen kennenlernen. Die Leute müssen auch wissen, wie sie politisch ticken und welche Angebote es gibt. 

 

Mal zu eurer Tätigkeit: Was gefällt euch am meisten an eurer Arbeit, was sind die größten Stressfaktoren, wenn man in die Hochschulpolitik geht? 

N: Was mir besonders gefällt, ist einfach der Kontakt mit Menschen, der Kontakt mit so vielen unterschiedlichen Menschen, die alle anderen Input haben, den sie mir mit auf den Weg geben und andere Ideen. Und auch einfach die Tatsache, dass ich etwas entscheiden kann, dass ich zusammen mit anderen sagen kann: Wir wollen das, also machen wir das auch. Stressig ist natürlich, wenn man sowieso schon Klausurphase hat, lösen sich die Termine natürlich nicht in Luft auf, und manchmal ist das schon etwas viel. Das ist aber auch machbar! 

U: Für mich ist ein Grund in der Hochschulpolitik aktiv zu werden, dass es sonst niemand tut. Ist eine Floskel, aber im Grunde genommen will ich damit sagen, dass man die Zeit – die bei uns allen begrenzt ist – investiert in die Veränderungen, die einem wichtig sind. Alle haben viel zu tun, aber man sollte im Kopf haben, dass man sich die Zeit nehmen muss. Man kann nicht sagen, dass man ab und zu mal etwa Hochschulpolitik macht. Man muss Zeit und Arbeit investieren, und man braucht Ziele und Visionen. Sonst geht man unter. Es können auch mal Sitzungen dabei sein, die sechs oder sieben Stunden lang sind. Für alle, die mal schnuppern wollen was Hochschulpolitik ist: Fragt bei euren Fachschaftsräten ab. Checkt dort ab, worum es geht und dann versteht man früher oder später die Zusammenhänge. 

                               :Jan-Krischan Spohr 

 

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