Bild: Klappt es diesmal? Symbolbild

Das Sommersemester 2021 wird als flexibles Hybridsemester geplant. Nachdem Pläne für weitreichende Präsenzveranstaltungen im Wintersemester 2020/2021 aufgrund steigender Fallzahlen schnell gekippt werden mussten, wird das aktuelle Semester wieder primär online stattfinden. Die Möglichkeit gewisse, praktische Veranstaltungen in Präsenz stattfinden zu lassen soll jedoch – selbstverständlich abhängig von aktuellen Entwicklungen und gemäß dem Fall, dass die rechtliche Grundlage besteht – geboten werden. Für notwendige Aufenthalte auf dem Campus wird es weiterhin die üblichen Schutzmaßnahmen wie Abstand und das Tragen von Mund-Nase-Bedeckung beziehungsweise medizinischen Masken geben. Auch Pläne für stärkere Präsenz, sollten sich die Fallzahlen entsprechend entwickeln, sind angekündigt.  Die Freiversuchsregel für Modulabschlussprüfungen gilt auch im Sommersemester erneut. Genauere Infos findet Ihr auf den Internetseiten eurer Fakultäten und auf der entsprechenden Seite der Ruhr-Universtität.

Teststrategie

Gewisse Veranstaltungen sollen im Sommersemester 2021 wieder in Präsenz stattfinden können. Dazu gehören praktische Veranstaltungen wie Laborpraktika, deren Charakter eine solche Veranstaltungsform voraussetzt und in Online-Form kaum umzusetzen ist. Dazu wurde eine Teststrategie ausgearbeitet, die vorsieht, dass allen Mitarbeiter:innen die eine Präsenztätigkeit ausführen, wöchentlich ein Corona-Schnelltest zur Laienanwendung (Selbsttest) zur Verfügung gestellt wird. Allen Beteiligten und Teilnehmer:innen von Veranstaltungen in Präsenz soll ebenfalls vor jedem Termin ein solcher Test bereitgestellt werden. Fällt der Test positiv aus, gilt ein Betretungsverbot für Einrichtungen der Ruhr-Universität und den Campus. Ein eventuelles positives Ergebnis sollte immer durch einen PCR-Test überprüft werden, wozu das zuständige Gesundheitsamt oder der Hausarzt zu kontaktieren ist. Fällt der PCR-Test negativ aus, entfällt das erwähnte Betretungsverbot.

:Jan-Krischan Spohr

Infektionen an Unis

Geschlossene Universitäten reduzieren das Infektionsgeschehen.

In einer aktuellen Studie der Johns Hopkins University aus dem Magazin „Science“ betrachtete eine Gruppe von Wissenschaftler:innen die Effektivität einer Reihe von Maßnahmen zur Reduktion des Infektionsgeschehens. Dabei verglichen sie die Maßnahmen von 41 Ländern während des ersten Lockdowns miteinander und kamen zu dem Schluss, dass die Schließung von Schulen und Universitäten die zweiteffektivste Maßnahme zur Reduktion des R-Werts, der die Zahl beschreibt, wie viele Personen eine mit dem Coronavirus infizierte Person ansteckt, war. Um durchschnittlich 38 Prozent reduzierten die Schließungen im Bildungsbereich das Infektionsgeschehen. Effektiver war nur die Begrenzung von Zusammenkünften auf 10 Menschen oder weniger (42 Prozent). Die Schließung von nicht-essenziellen Geschäften war zu 27 Prozent effektiv. Leider konnten die Wissenschaftler:innen die Schließung von Schulen und Universitäten nicht gesondert betrachten, da die allermeisten Länder beide Bildungsstätten gleichzeitig schlossen.

Die Langzeitfolgen von COVID

Long-COVID wirft einen Schatten auf die Öffnung von Universitäten – denn auch Studierende haben mit dem Virus zu kämpfen.

Wer meint, das Corona-Virus bürge nur Gefahren für gefährdete Patientengruppen, da insbesonders jüngere Menschen wie beispielsweise Studierende die Krankheit häufig asymptomatisch durchlaufen, scheint zu irren – denn rund 60 Prozent der Infizierten mit geringem Sterberisiko haben erhebliche Folgesymptome, auch Long-COVID oder PCS (Post COVID Syndrom) genannt. Besonders zum Anfang der Pandemie im vergangenen Jahr wurde an einigen Stellen das Argument gemacht, man müsse nur die Risikogruppen beziehungsweise alte Menschen vom Rest der Bevölkerung isolieren und könne die Gesellschaft dann wieder öffnen. Eine aktuelle Studie aus Großbritannien liefert dieser Ansicht einen erheblichen Dämpfer.
So schreiben die Autor:innen: „Anders als bei Symptomen, die einem kritischen Verlauf oder akuten Phasen anderer Coronavirus-Infektionen folgen, werden Symptome von PCS häufig in Individuen mit einem geringen COVID-19 Mortalitätsrisiko gefunden, beispielsweise in Frauen, jungen Menschen und solchen ohne chronische Komorbitäten. Das potenzielle Ausmaß von PCS in Individuen mit ‚geringem Risiko‘, die bis zu 80 Prozent der Bevölkerung widerspiegeln, erfordert dringende Richtlinien über viele Länder hinweg, um Langzeit-Implikationen von COVID-19 zu überwachen, behandeln und dafür zu zahlen und um die Auswirkung auf die Verwendung von Gesundheitssystemen und die Wirtschaft zu verringern.“
Die Studie, die britische Corona-Infizierte aus einer geringen Risikogruppe von April bis September 2020 untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass vier Monate nach der Infektion weiterhin 70 Prozent der Untersuchten in einem Organ beeinträchtigt waren und 29 Prozent in mehreren. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen berichteten anhaltende Kopf- und Muskelschmerzen und Atemlosigkeit. 98 Prozent waren von Müdigkeit betroffen. Leichte Organbeeinträchtigungen traten im Herz (26 Prozent), den Lungen (11 Prozent), der Pankreas (40 Prozent), Leber (28 Prozent), Nieren (4 Prozent) und der Milz (4 Prozent) auf.
Somit zeigen die Ergebnisse, dass auch Studierende, die häufig Teil der gering-Risikogruppen sind, ebenfalls an den Folgen einer COVID-Erkrankung leiden.

:Stefan Moll

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