Bild: Für die einen schön, für die anderen gefährlich: Der Winter hat Bochum im Griff. , Kältewelle Bild: kjan

Obdachlosigkeit. Kaltes Wetter, Schnee und Pandemie. Eine gefährliche Mischung für alle, die kein Dach über dem Kopf haben. Hilfsmaßnahmen reichen oft nicht aus oder sind fehlerhaft konzipiert. 

Zwischen 15 und 30 cm Schneefall und Minustemperaturen, die im Laufe der Woche für mehrere Tage im zweistelligen Bereich liegen, sorgen im Ruhrgebiet für Chaos und Sorge. Neben einigen kleinen Unfällen blieb es bisher ruhig (Stand 7. Februar) und so ein Schnee-Gestöber hat natürlich auch etwas Schönes, wenn man es aus den eigenen, beheizten vier Wänden beobachten kann und sich freut, dass man nicht da draußen sein muss. Nicht alle Menschen haben jedoch diese Möglichkeit und befinden sich aufgrund des Wetters derzeit in akuter, lebensbedrohlicher Gefahr. Dass eine solche Situation, verschärft durch die Corona-Pandemie, absehbar war, sollte jeder:m klar sein. Das Straßenmagazin bodo und der dahinter stehende bodo e.V. kritisierten bereits im Dezember die fehlende Konzepte der Stadt Bochum um Wohnungslose zu schützen (:bsz 1273). „Die verschärfte Lage spiegelt sich im Konzept aber nicht wieder,“ schreiben sie nun in einer erneuten Pressemitteilung. Das Konzept beinhaltet beispielsweise auch keine Öffnungszeiten von Tagesunterkünften an Sonntagen, woran auch nichts geändert wurde, als bekannt war, dass am 7. Februar mit starkem Schneefall zu rechnen ist. Ebenso sind die Schlafplätze, die zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, für viele nicht nutzbar, da sie sich in Hamme befinden und eine Anreise mit ÖPNV eingeplant war. Der öffentliche Nahverkehr fiel jedoch wegen der Wetterlage großflächig aus. Die bereits mangelhaften Maßnahmen zum Schutz wohnungsloser Menschen können demnach zusätzlich nicht mal komplett ausgeschöpft werden. In Anbetracht der Tatsache, dass die Wetterlage Menschen ohne Wohnung in Lebensgefahr bringt, wirkt ist dies absolut unverantwortlich. 

 

Wenn ihr jemanden seht der:die Hilfe braucht, zögert nicht sie anzubieten oder eine der folgenden Nummern zu wählen (Vorwahl 0234):
Stadt Bochum: 910 – 1746 oder – 2177 
Diakonie Ruhr: 640 – 6066 oder 96471 – 0 
Evangelische Jugendhilfe: 516 7610 
Johanniter: 89372 – 0 
In Notfällen bitte 112 wählen. Mit 110 verursacht ihr den Menschen potentiell weiteren Schaden.          

:Jan-Krischan Spohr

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