Bild: Symbolbild, Wenn der Arzt nicht testet... Bild:bena

Reporatage. Die Zahl der aktiven Fälle in Bochum hat am 1. November die 1.000er-Marke überschritten. Neue Corona-Schutzverordnung, doch was tun, wenn der Anruf kommt? Ein Mensch im Umfeld ist Corona-positiv. Wie sollten wir damit umgehen und wo sollen wir uns melden und wann wird getestet? 

D a war der Anruf. Mit der Nachricht, dass eine Person im direkten Kontakt mit mehreren Menschen war, die auf Corona positiv getestet wurden. Ein Anruf einer Person, die wie ich Risikopatientin ist. Die Sorgen machten sich breit. Was nun? Was ist meine Aufgabe in diesem Konstrukt, da mir gesagt wurde, ich solle erst einmal auf den nächsten Anruf dieser Person warten. Währenddessen hatte ich schon herausgefunden, dass mein Hausarzt gar keine Corona-Tests macht und ich über eine Liste Ärzte finden würde, die einen auf das Virus testen würden. Und in der Theorie stimmt das auch so weit. Der zweite Anruf sollte auch nicht informativer sein: Da Stand jetzt zur Zeit noch keine Symptome bei meiner Kontaktperson vorhanden sind, sei laut Gesundheitsamt kein Test notwendig und Drittkontakte könnten, wenn sie symptomfrei sind und bleiben, dem „normalen Alltag“ nachgehen. Ich würde wohl erstmal nicht vom Gesundheitsamt informiert. Die Person solle sich einfach nochmal beim Gesundheitsamt selbst melden, wenn das grundsätzliche Befinden schlechter werde. Der Wunschtraum eines jeder:n (Risiko)-Patient:innen! Während der Facharzt eine Krankschreibung anfertigt, da man diese symptomfrei nicht vom Hausarzt bekommt, plädiert auch dieser, dass meine Kontaktperson sich doch bitte testen lassen solle. Denn trotz der aktuellen Lage würden und müssten Risikopatient:innen getestet werden. Doch diesbezüglich vertröstet das Gesundheitsamt nach stundenlangem Einwählen meine Kontaktperson und sagt, wenn es von Dringlichkeit sei, doch ins Krankenhaus zu fahren und sich dort checken zu lassen, falls Symptome vorhanden seien. Doch ist es so leicht, auch mit Symptomen einen Corona-Test zu bekommen? Im Rahmen des Beitrags nahm ich Kontakt mit einem jungen Mann Namens Daniel auf. Er erzählte mir davon, dass er sich tagelang geschwächt gefühlt hat und erkältungsartige Symptome hatte, wie Schnupfen, Schleim im Hals und Husten. Zu diesen Anzeichen kam hinzu, dass er mit starken Kopfschmerzen zu kämpfen hatte und sogar Schwächeanfälle erlitt.  

Mehr noch: Auch die Corona-Warn-App zeigte ihm eine Risikobegegnung an. Aus diesem Grund wollte er sich bei seinem Arzt darüber informieren, was er nun machen müsse. Er wendete sich an die extra für Corona eingerichtete Hotline der Stadt Bochum und merkte schnell: ein Durchkommen ist kaum möglich. Dasselbe Bild ergab sich beim Hausarzt sowie beim Gesundheitsamt. Er traf meist auf besetzte Leitungen oder kam direkt in eine Warteschleife. Als er über die Krankenkasse endlich mit einem Arzt sprechen konnte, legte dieser Arzt ihm nahe, einen Test zu machen, jedoch müsse ihm klar sein, dass es derzeit so gut wie unmöglich sei, einen solchen zu bekommen. Am besten, er achte auf die gegebenen AHAL-Regeln und solle sich noch mal melden, wenn sich die Symptome verschlechtert haben sollten.  

Währenddessen bekam ich einen neuen Anruf von meiner Kontaktperson, die mir erzählte, dass sie mit einer weiteren auf Corona positiv getesteten Person in Kontakt kam und ob sich ein Gesundheitsamt (die Kontaktpersonen leben in verschiedenen Kommunen) bei mir gemeldet habe. Nein, bis jetzt hat sich niemand bei mir gemeldet, da ich vermeintlich mit keinem Menschen, der Corona hat, in Kontakt gekommen bin. Was wäre nun, wenn meine Kontaktperson positiv wäre und sich nicht bei mir gemeldet hätte? Ich würde meinen Alltag normal weiterführen, zwar mit Maske und AHAL-Regeln, aber Wirt könnte ich trotzdem sein und vielleicht jemensch in der Bahn oder im Supermarkt anstecken. Also ab ins Quarantäneleben und darauf hoffen, dass die Symptome bei den infizierten Leuten mild bleiben.                 

  :Abena Appiah

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