Bild: Nicht nur für heiße Mietzen: Only Fans ist der neueste Shit unter den SocialMedia-Plattformen. , It ain`t a hype when they are dressed Bild: bena

Kommentar. Eigenmächtiger Feminismus, Girlfriendexpierience und exklusive Inhalte nur für Dich! OnlyFans begeistert immer mehr Menschen und löst eine neue Welle des Paid-Contents aus. Aber wird der erotische Inhalt gekapert?

Beliebt, belebt: „OnlyFans“! Das 2016 in London gegründete soziale Netzwerk zieht die Follower:innen an und die Creator:innen aus. Ein Format, das funktioniert wie die klassischen Social Media Plattformen. Nur mit dem Unterschied, dass hier „Sex sells“. Zur Aufklärung: Das reine Anmelden auf „OnlyFans“ kostet erst mal gar nichts. Jedoch sehen die User:innen ein vermeintlich leeres Netzwerk. Was sie aber schnell ändern können, indem sie ihren gewünschten Creator:innen folgen. Hierfür wird ein Abonnement eingegangen. Von fünf bis zu 50 Dollar im Monat kann der jeweilige Zugang zum Profil der Wahl kosten. Doch wo Einnahmen sind, sind auch Abgaben. So geben die Content-Macher:innen 20 Prozent des jeweiligen Abos ab. Es scheint, eine Win-Win-Situation für die Plattform und für die Menschen, die die Seite bespielen zu sein. Aber auch für die Fans! Sie bekommen exklusive legale Inhalte zu sehen, die auf Instagram, Facebook und Co nicht möglich wären hochzuladen, da sie gegen die Guidelines verstoßen würden. Vor allem Frauen* und queere Menschen sehen die Plattform als Ermächtigung, eigene Inhalte teilen zu können und sich selbstbestimmt im Internet zu zeigen und das vor allem im Bereich der Sexualität. So kommt es auch häufiger vor, dass in „OnlyFans“-Kreisen von einer neuen Verkörperung des Feminismus gesprochen wird. Denn sie zeigen nur das, was sie auch verkaufen wollen und scheinen Kontrolle über die Inhalte zu haben. Doch was macht „OnlyFans“ so besonders im Gegensatz zu anderen Plattformen? Die Sexualisierung der Stars? Dass die ein oder andere Lehrerin ihr Zubrot damit verdient? Oder einfach die Nahbarkeit von Menschen, die so weit entfernt erscheinen? Eine pauschale Antwort auf die Fragen kann man nicht geben. Die Intention der User:innen ist vielfältig. So wollen einige einfach einen speziellen Kontakt zu ihren Stars und Sternchen und andere wiederum einfach eine:n Seelenpartner:in finden. Da ist es auch egal, dass man dafür gezahlt hat. Auf den ersten Blick sieht es vermeintlich nach einem „guten Produkt“ aus, das für jede:n das richtige mitbringt. Bei aktuell über 25.000.000 User:innen und über 35.000 Creator:innen ist das Netzwerk, das coronabedingt vor allem durch Inhalte jenseits der FSK 16 Grenze zu einem der wichtigsten Player auf dem Contentmarkt dieses Jahres geworden. Vor allem durch die Änderungen von TikTok und Instagram schauen Influencer:innen nach Alternativen, wie sie aus Ihren Inhalten auch Geld machen können. Denn das Likegame hat sich geändert und das organische Aufbauen einer Community ist ohne monetären Einsatz kaum noch möglich. Auch dies ist ein Grund, warum viele auf „OnlyFans“ unterwegs sind. Denn auch wenn noch sexualisierte Inhalte die Oberhand haben, versuchen immer mehr Menschen die Plattform als „Exklusiv-Medium“ zu nutzen und das ganz ohne sexuellen Inhalt.

Könnte also „OnlyFans“ die anderen Social Media Netzwerke inspirieren? Ja, Instagram respektive Facebook übernimmt gerne funktionierende Inhalte von anderen Netzwerken. So übernahm man das Storyfromat von Snapchat, IGTV um YouTube zu kapern und die Reels sind letztendlich TikToks. Also könnte es sein, dass es bald auch Paid Content bei den etablierten Netzwerken gibt. Was einem verwunderlich erscheinen könnte, denn mit Patreon gibt es ein solches Format auch schon, das Content Creator:innen bei Projekten und der Finanzierung unterstützt. Und das zu besseren Konditionen! „OnlyFans“ kann ein Hype bleiben, aber auch zeigen, dass die Kaufkraft hoch sein kann, wenn der Content stimmt.
Wer nun denkt, dass das hier aber ein Safespace ist und sich frei ausleben kann, der:die darf nicht vergessen, „Was einmal im Netz ist, ist im Netz!“ und kann natürlich weiterverbreitet werden.

:Abena Appiah

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