Bild: Netflix und Co zeigen vermeintlich Diversität – Doch es muss in der Filmbranche mehr passieren. , Benas Kulturecke Screenshot:bena

Diskurs. Die Film- und Serienwelt hat einen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft und gibt uns in gewisser Weise vor was „Norm“ ist und was nicht. Ist nun die Zeit für eine Veränderung? 

Disney+, Netflix, Amazon Prime und Co. Kg sind eine Konstante in unserem Leben, die nicht mehr wegzudenken scheint. Die Gratismonate locken und die ganzen Serien und Filme, die einen an seine:ihre Jugend erinnern, lassen einen gerne nostalgisch werden. Doch ist diese Nostalgie noch eine schöne Erinnerung mit rosa Elefanten oder ist es einfach nur noch eine Cringeshow mit wenig Political Correctness?  

Dass ältere Serien und Filme unter Berücksichtigung heutiger soziopolitischer Debatten nicht mehr „schick“ sind, hatte sich bei „Friends“ gezeigt, als sie zum 25. Jubiläum wieder auf Netflix zu sehen waren. „Homophob“, „Lack of diversity“ und „Sexistisch“: Das waren nur einige Stimmen, die laut wurden. Und auch Menschen, die die Serie zum ersten Mal sahen, haben den Hype um Chandler, Phoebe und Ross nicht wirklich nachvollziehen können. Viele dieser Phänomene sehen wir in den letzten Jahren immer wieder. So hat Disney+ bei kritischen Filmen und Inhalten in der englischen Version einen kleinen Disclaimer, dass zu der Entstehungszeit andere politische Maßstäbe galten. Jedoch wird dies auch nicht transparent nach außen getragen und viele Rollen werden nicht in dem Statement spezifisch in ihren Stereotypen enttypisiert. Das Verlangen nach einem Wandel in der Gesellschaft ist groß. So starteten die Macher:innen von Zeichentrickserien wie zum Beispiel ,,Family Guy‘‘ einen Austausch der Synchronsprecher:innen der Figuren of Color und wollen dem weißen Narrativ einer Schwarzen Person auch in satirischen Serien, die gezielt mit Stereotypen spielen, nicht mehr entsprechen. Auch wenn dies für Menschen, die davon nicht betroffen sind, kaum einen Unterschied macht, werden Stimmen von BIPoCs und PoCs nicht mehr als Karikatur einer weißen Person gesehen, sondern einer überspitzten Version ihrer selbst. 

Auch die Unterrepräsentation von Frauen und ihren Dialogen soll nicht mehr als nettes Accessoire hingenommen werden. Alison Bechdel, ihrerseits Cartoon Zeichnerin und Autorin, hat einen nicht wissenschaftlichen Test ins Leben gerufen, um die Stereotypisierung von weiblichen Charakteren im Film wahrzunehmen und zu analysieren. Er wird als ein einfaches statistisches Hilfsmittel gesehen, um zu zeigen, ob Geschlechterklischees in Filmen zu sehen sind oder nicht. Der Test basiert auf drei simplen Fragen, die, wenn sie positiv beantwortet werden, einen Film weniger klischeehaft wirken lassen: „Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?“, „Sprechen sie miteinander?“, „Unterhalten sie sich über etwas anderes als über einen Mann?“ 
Hierbei ist wichtig, zu sagen, dass diese Fragen nicht als hinreichendes Kriterium dienen können, ob ein einzelner Film sexistisch ist oder nicht, da manche Geschichten und Filminhalte sich auf männliche Personen beziehen. Jedoch kann auch in diesem Falle hinterfragt werden, warum so wenige Geschichten über und von Frauen auf der großen Leinwand erzählt werden. 
Mit solchen Hilfsmitteln, die im Wandel der Zeit sichtbarer sind, können Menschen eine neue Norm schaffen. So spricht Jordan Peele, Oscargewinner, offen davon, dass er für seine Filme keine weißen Personen als Hauptrollen besetzen wollen würde, da diese Körper in einer Branche, die weiß dominiert ist, schon als gesetzt gelten.  

Filme- und Serienmacher:innen haben eine große Teilhabe daran, was im Rahmen ist und was nicht; mit größeren Veränderungen in dieser Branche könnte auch ein Schritt Richtung Revolution des Films gelingen und eine neue Sichtweise geschaffen werden.

                  :Abena Appiah

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