Bild: Eine Nacht in Hattingen: Ein ausgelassener Abend mit den Künstlern und der Besitzerin des Lokals Vollmond., Volles Haus im Hattinger Vollmond Bild: ken

Livemusik. Vier Künstler haben vergangenen Freitag etwas Leben in den historischen Stadtkern Hattingens gebracht. Eine Mini-Party, die im Gedächtnis bleibt.

Alte Gemäuer, eine Kirche, Fachwerkhäuser, eine winzige Stadtmauer. Das ist die Hattinger Altstadt, einigen womöglich bekannt durch das Altstadtfest, das bei der Dorfjugend jährlich für Erinnerungslücken sorgen dürfte. Vergangenen Freitag, am 4. Oktober wurde eine winzige Bar direkt an der Kirche zum Schauplatz eines Miniaturkonzerts von vier Künstlern und Musikern. Megalin alias Merlin Schreiber wie er wirklich heißt, richtete im „Vollmond“ einen Abend aus, der der Livemusik und dem geselligen Beisammensein gewidmet war. Neben Ihm selbst als Musiker waren auch Generationzwei, Desolat, und Oskar anwesend und erfüllten das kleine Ladenlokal mit Musik.

Bis auf Oskar sind alle auftretenden Artists aus der Gegend. Der Bremer fällt zwischen den Jungs von Generationzwei aus Sprockhövel, Megalin, der sich als Hattinger bezeichnet, und Desolat aus Gelsenkirchen aus der Reihe. Die Musik ist, was Art und Genre angeht, weitreichend und das ist genau das, was Merlin an dieser Art von Zusammenkommen schätzt: „Musik bleibt ein Mashup, hier gibt es keine Einseitigkeit, kein Einschießen auf eine Richtung.“ Das zeigt sich auch in der Musik der Bands. Während Desolat am ehesten Punkrock zugeordnet werden können, findet Generationzwei eher Zuordnung unter „Neue Deutsche Welle“, Megalin selbst sortiert sich unter „Future Chansons“ ein. „Wie Reinhard Mey. Nur futuristisch.“, erklärt er und lässt außerdem den Begriff „Swag Rap“ fallen. Was das meint? Keine Ahnung! Aber die bunte Mischung aus Genres und Musikern findet Anklang: Mit etwa 60 Gäst*innen war das Lokal „Vollmond“ völlig ausgelastet, zum Tanzen war – Fußwippen ausgeklammert – schlicht kein Platz.
 
Die Stimmung ist ausgelassen, auch als Fremde fühlt man sich nicht unwohl. „Das liegt am Pott“, erklärt Merlin. „Hier sind alle irgendwie herzlich.“ Doch auch ernste Themen werden angeschnitten. Der hauptberufliche Musiker wünscht sich wieder mehr Leben in den Innenstädten, nicht nur in die Hattinger obwohl ihm „das kleine Südfrankreich“ besonders am Herzen liegt. Sowohl Kneipen- als auch Kiosksterben bedauert er. „Wenn ein Kiosk oder eine Kneipe schließt, ist das traurig. Selbst, wenn danach ein neuer reinkommt. Es ist nicht dasselbe“, fasst er zusammen. Um dem entgegenzutreten und Menschen mit Livemusik zusammenzubringen hat er diesen Abend ausgerichtet. Einer weiteren Veranstaltung unter demselben Stern (oder Vollmond) steht er nicht abgeneigt gegenüber. Einen konkreten Termin habe er noch nicht im Auge, aber er sei optimistisch. Was Ihm besonders am Herzen liege, frage ich ihn: „Das ist einfach: Themen anschneiden, die Wurzeln schlagen.“

:Kendra Smielowski

Info:Box

Für einen weiteren Abend lädt Megalin neue Artists und junge Bands herzlich ein sich einzubringen.
 Unter redaktion@bszonline.de könnt Ihr Euch bei Interesse melden. Wir stellen dann einen Kontakt zu Merlin her.

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