Bild: Die Fachrichtung spielt keine Rolle: Das Esser-Stipendium unterstützt RUB-Studierende, die promovieren und kurz vor der Abgabe ihrer Doktorarbeit stehen. , Esser-Stipendium hilft Promovierende Bild: mag

Forschung. Das Esser-Stipendium entlastet mit einer finanziellen Stütze Promovierende während der Fertigstellung ihrer Doktorarbeiten. Es werden Themen gefördert, die unter anderem um das Wesen physischer Schmerzen oder das menschliche Gehör kreisen.

Seine Doktorarbeit ohne finanzielle Probleme erfolgreich abzuschließen, ist durch das Promotionsabschluss-Stipendium der Wilhelm und Günter Esser-Stiftung möglich. Sie fördert mit der Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität e.V. (gdf) und der Ruhr-Universität angehende Doktorand*innen aller an der RUB vertretenden Disziplinen. Zweimal im Jahr werden die Stipendiat*innen bis zu sechs Monate lang mit 750 Euro pro Monat unterstützt. „Die Auswahl der Stipendienempfänger erfolgt durch ein multidisziplinäres Gremium junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, das durch die RUB Research School zusammengestellt wird. Die abschließende Entscheidung trifft das Rektorat“, so Prof. Ulf Eysel, Geschäftsführer der gdf.
Im Zeitraum Oktober 2018 bis März 2019 werden sechs Projekte aus Psychologie, Sozialwissenschaft, Philologie, Philosophie und Bau- und Umweltingenieurwissenschaft unterstützt. Die Themen reichen von persistierende Feuer im Hippocampus über Binnenvertriebene in Georgien bis zur Optimierung von städtischen Kanalnetzen.

Phänomen des menschlichen Erlebens

Sabrina Coninx beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit dem Wesen physischer Schmerzen und bewegt sich dabei zwischen Philosophie und Empirie. Sie entwickelt eine empirisch fundierte philosophische Theorie von Schmerzen, indem sie auch verschiedene Disziplinen, wie die Psychologie, Neurowissenschaft und klinische Medizin mit einfließen lässt. „Was mich an Schmerzen interessiert, ist, dass diese zwar ein sehr basales Phänomen menschlichen Erlebens darstellen, sie aus wissenschaftlicher Sicht aber immer noch in vielerlei Hinsicht mysteriös sind“, erklärt die Philosophin. In aktuellen Diskussionen gehe es noch immer um die Frage, wie Schmerzen im Gehirn entstehen und welche biologische Funktion sie erfüllen. Einen Grund sieht die Philosophin darin, dass es viele verschiedene Arten von Schmerzen gibt, die sich substantiell voneinander unterschieden, wie somatische von viszeralen Schmerzen oder akute von chronischen Schmerzen. Das Esser-Stipendium ist ihr eine große Unterstützung beim Beenden ihrer Arbeit, auch weil es eines der wenigen Stipendienformate dieser Art ist.

„Cocktail-Party-Effekt“

Dies sieht Michael-Christian Schlüter ähnlich. Da seine Studie nicht durch Drittmittel oder Haushaltsmittel der RUB finanziert werden könne, ist er auf die Unterstützung angewiesen. In der Doktorarbeit des Biologen geht es um den Einfluss von Geschlecht und Hormonen auf die selektive auditive räumliche Aufmerksamkeit. Der sogenannte „Cocktail-Party-Effekt“ bezeichnet die Fähigkeit des menschlichen Gehörs, die Aufmerksamkeit auf ausgewählte Orte im Raum zu fokussieren und dabei irrelevante Information zu unterdrücken. Diese kann von der Person und dem Geschlecht anhängig sein. „Ich untersuche in einer Doppelblind-Studie, ob das ‚Bindungshormon‘ Oxytocin Einfluss auf die Verarbeitung von Hörinformation im Gehirn von Frauen und Männern hat“, erklärt Michael-Christian Schlüter.
Am Donnerstag, den 25. Oktober, findet die offizielle Verleihung der Stipendien statt. Informationen zur Bewerbung findet Ihr unter tinyurl.com/research-school-rub.

:Maike Grabow

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