Bild: Seed: Prometheus – Unsere Reise endete nach 121 Tagen: Könnt Ihr länger überleben? , SciFi-Abenteuer von Deadalic Entertainment getestet Screenshot/Bearbeitung: fah

VideoSpiel-Rezension. Ein kleiner Sprung für ein Raumschiff, ein gewaltiger Satz für die Menschheit. Die :bsz testete das am 30. Mai erschienene und von Deadalic Entertainment entwickelte SciFi-Adventure „The Long Journey Home“.

Logbuch-Eintrag Nummer 95: 121 Tage seit wir die Heimat verlassen haben. Entfernung zur Erde: 32.382 Parsecs, also mehr als 105.615 Lichtjahre. Unser Schiff ist schwer beschädigt, der Treibstoff so gut wie aufgebraucht. Die Piraten sind uns noch immer auf den Fersen – ein sicherer Hafen noch weit entfernt.  Der Weg zurück … zu weit.

Zurück nach Hause

So ungefähr fühlt es sich an, wenn man bei „The Long Journey Home“ (TLJH) kurz davor ist, eine weitere Mission zu verlieren. Die Story-Prämisse des Roguelites aus dem Hause Deadalic lautet wie folgt: Die Menschheit schickt mit dem ersten Antimaterie-Antrieb eine Crew, bestehend aus vier mutigen AstronautInnen, auf den ersten Sprung Richtung Alpha Centauri. Leider gelingt der etwas zu gut und die Crew findet sich mehrere zehntausend Parsecs weiter vom Planeten Erde entfernt, als angedacht: Der lange Weg zurück beginnt.

Der Countdown läuft

Für die Crewmitglieder darf man aus zehn Möglichen mit ganz verschiedenen Professionen wählen. JedeR davon bringt eigene Fertigkeiten und einen eigenen Gegenstand mit auf die Mission. Weiterhin kann man zwischen mehreren Schiffen, Landern und Seeds wählen. Jeder Seed bringt eine andere Zusammensetzung aus Systemen, Aliens und diplomatischen Verhältnissen – jeder Durchgang ist also verschieden. Über die Seeds lässt sich ein Durchgang wiederholen oder mit anderen SpielerInnen teilen. 

Gameplay

Das Gameplay besteht aus vier Bereichen: Flug, Kampf, Landung und Diplomatie. Im Flug geht es primär um die Navigation innerhalb eines Systems. Gravitation, Strahlung und die Flugrouten anderer Schiffe müssen beachtet werden, um sicher zum Ziel zu kommen. 

Der Landungsmodus bedient sich bei einem Klassiker: „Lunar Lander“. Darin muss der Spielende den Lander sicher auf der Oberfläche von Planeten landen, um dort Rohstoffe zu sammeln oder Orte zu erkunden.

Auch das Kampfsystem ist einem Klassiker entlehnt: „Sid Meier’s Pirates“. Im Gegensatz zu den meisten 2D-Shooterfiguren, ist das Raumschiff schwerfällig und die Kanonen sind standardmäßig an den Seiten angebracht. Dadurch geht es in den Kämpfen darum die feindlichen Schiffe auszumanövrieren, um ihnen dann eine volle Breitseite geben zu können. Dabei ist jedoch Vorsicht angesagt: Das eigene Schiff ist nicht gerade ein mächtiges Schlachtschiff. 

Um Versagen im Kampf zu vermeiden, braucht es: Diplomatie. Jede der sehr verschiedenen Alienspezies bringt eine eigene Kultur und Verhaltensweisen mit, die erst mal erlernt werden müssen. Ohne Verbündete wird der lange Weg zurück sonst schnell zu einem hoffnungslosen Unterfangen. Besser als Kampf ist meist Kommunikation, Handel und Hilfsbereitschaft.

Fazit

TLJH ist mit seinem facettenreichen Diplomatie- und Kampfsystem absolut empfehlenswert. Auch das Konzept eines Reverse-Role-Play-Games, bei dem man mit einem voll funktionsfähigen Schiff anfängt, das im Laufe der Zeit immer mehr beschädigt wird, ist interessant umgesetzt und fordert strategisches Ressourcenmanagement. TLJH ist etwas für Fans von Roguelite-Titeln wie „Faster than Light“, aber auch für SciFi-EnthusiastInnen, die gerne selbst mal in die Fußstapfen von Kirk und Co. treten wollen. 

:Frederik Herdering

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