Bild: Querforum im Wandel der Zeit: Vom Protestplatz zum hochpreisigen CampusCafé. , Der Campus-Kampf gegen Studiengebühren und für selbstbestimmtes Lernen Foto: Archiv (:bsz 695)

Besetzung. Vor etwa 11 Jahren besetzten Studierende der RUB das heutige QWest und protestierten so gegen Studiengebühren und für freie Bildung.

Mit der Verkündung bei der Senatssitzung am 23. Mai 2006, dass die RUB Studiengebühren erhebe, gründete sich die Freie Universität Bochum (FUB) und besetzte mit 150 Studierenden das freistehende Querforum West. Die endgültige Entscheidung zur Einführung fand unter Ausschluss der Studierendenschaft am 18. September 2006 statt – die Studiengebühren waren für das Sommersemester 2007 beschlossene Sache.

Die FUB stellte ab dem Tag ihrer Gründung ein frei zugängliches Programm auf. Inhalte waren Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen und Konzerte. Zudem war es eine Protestplattform gegen Studiengebühren.

Zusätzlich sprachen sie sich gegen den Umbau des Querforums zu einer teureren Variante zur Cafeteria aus, die nach 16 Uhr weiterhin geöffnet haben soll.

Protest in Kürze

Die FUB konnte in den ersten 8 Wochen etwa 80 Veranstaltungen vorweisen, doch der damalige Kanzler Gerhard Möller versuchte, die Studierenden und ihr Zusatzprogramm aus dem Forum zu werfen.

Im November 2006 teilte die Univerwaltung mit, dass sie im Zuge der Energiesparkampagnen leerstehende Gebäude nicht mehr heizen werde – darunter fiel auch das besetzte Querforum West. Weiter heißt es in der :bsz 704, dass, wenn die FUB nicht kooperiere, ihr außerdem das Wasser und der Strom abgestellt werde. Mitte Dezember erhielt die FUB von dem neuen Rektor Weiler und Kanzler Möller eine Mitteilung: „Sie werden gebeten, Ihre persönlichen Dinge an sich zu nehmen und danach das Gebäude unverzüglich zu verlassen.“

Kurz darauf erstattete Weiler Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Allerdings gehört das Gebäude dem Akafö, welches der FUB die Unterkunft bis April 2007 zusicherte. Denn dann sollten die Umbauarbeiten für das Tutorienzentrum erfolgen.

Weiler schlug der FUB unter anderem vor, in das AZ umzuziehen – aber dies gehört dem AStA gehört und die Veranstaltungskultur auf dem Campus wäre durch einen Bezug erheblichen Einschränkungen ausgesetzt gewesen.

Schließlich ließ er das Querforum am 28. Februar 2007 um 5 Uhr morgens durch die Polizei räumen. Ein Teilerfolg verzeichnete die FUB ihrerzeit für sich, da das Querforum West zu einem Tutorienzentrum für alle Studierenden umgebaut wurde, anstatt zu einem teuren Nobelcafé …

:Sarah Tsah

 

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