Bild: Wollen die queere Community auf dem Campus präsenter machen: Peter, Freddy und Jonas (v.l.n.r.). , Internet bietet Homofeindlichkeit viel Platz – am Campus der RUB geht es diesbezüglich eher ruhig zu. Foto: lor

Homofeindlichkeit. Am Tag gegen Homophobie haben wir mit dem Autonomen Schwulenreferat (ASR) über die Lage auf dem Campus, die AfD und Internettrolle gesprochen. „Der Campus ist eine Insel der Glückseligkeit“, sagt Peter, Referent des Bochumer ASR zu seiner Einschätzung zur Homofeindlichkeit an der RUB. Dies heißt nicht, dass es gar keine Anfeindungen gegenüber Homosexuellen gebe, da nach wie vor Studis auf das ASR zukommen, um über Attacken Homofeindlicher zu sprechen. Dennoch sei innerhalb der Studierendenschaft die Alltagshomophobie weniger ausgeprägt und toleriert als in anderen Gesellschaftssphären.

Laut Co-Referent Jonas sei der Ausdruck „Homophobie“ aber irreführend. Die Menschen agierten feindlich, nicht ängstlich, daher präferiere man als Referat den Begriff ‚Homofeindlichkeit‘. Peter, Freddy und Jonas sind drei der vier Referenten des Bochumer ASR: Am 17. Mai wollen sie mit einem Stand auf der Unibrücke auf die Referatsarbeit und den Aktionstag aufmerksam machen. Neben Veranstaltungen zur Vernetzung geben die Referenten auch Hilfestellungen bei persönlichen Problemen, die Fluktuation sei groß.  

Besorgniserregende Entwicklung 

Insgesamt sei die Zahl derer, die von offenen Anfeindungen auf dem Campus berichten, vergleichsweise gering, obwohl laut Jonas „jeder seine Geschichte hat, mindestens eine.“  Anders sehe es da schon in der Stadt aus, wo Homofeindlichkeit zum Alltag gehöre. Seinen Anteil daran hätten auch der gesellschaftliche Rechtsruck und die AfD. „Es ist meiner Meinung nach schon so, dass die Akzeptanz für Leute, die anders sind, abgenommen hat. Gerade weil man jetzt wieder Sachen sagen ‚darf‘, die man vorher nicht gesagt hat“, so Peter. Die Nominierung der lesbischen Alice Weidel als Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl sei für die Referenten alarmierend, denn „gerade für Leute, die sich unsicher sind, ist das leider eine Ermutigung, zum rechtspopulistischen Gedankengut zu stehen.“

Internet als Multiplikator

Gesamtgesellschaftlich spiele gerade das Internet eine große Rolle, da dort die Hemmschwelle für Aggressionen gegenüber der queeren Community nochmal niedriger sei. Anfeindungen auch über die sozialen Medien des ASR seien keine Seltenheit, vor Anzeigen schrecke das Referat allerdings nicht zurück: „Das Internet ist nun mal kein rechtsfreier Raum.“            

:Andrea Lorenz

 

Semesterprogramm. Das Autonome Schwulenreferat (ASR) bietet dieses Sommersemester einige programmliche Höhepunkte, deren Eintritt frei ist.
 
20. Mai: Um 15 Uhr in SH 0/14 findet unter Anmeldung bis zum 17. Mai an die E-Mail-Adresse schwulenreferat@rub.de ein Workshop zu verbaler Selbstverteidigung statt. So lernen die Teilnehmenden, wie sie auf homofeindliche Angriffe in Alltagssituationen verbal reagieren können. 
25. Mai: Mit dem traditionellen Schwulen Sektempfang lädt das ASR zu ausgelassener Kontaktaufnahme bei Sekt und Musik von den Drag-Janes Wanda Lismus und Gina del Slay um 21 Uhr im KulturCafé.
12. Juli: Sozialwissenschaftler Bernd Hammann hält um 18 Uhr im HZO 100 einen Vortrag zum Thema „Psychologische Grundlagen von Stereotypen“. Der Diskussionsfokus wird auf Entstehung und Bekämpfung von Stereotypen liegen, darüber hinaus werden menschliche Denkmuster, die in diesem Zusammenhang relevant sind, dargestellt.                      
 

 

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