Die Ergebnisse der Exkursion in die Westukraine haben die Studierenden an diesem Abend vorgestellt: Kurzvorträge und Videos der durchgeführten Interviews mit den ZeitzeugInnen präsentierten das Fazit der achttägigen Reise und regten zu weiterer Zusammenarbeit mit ukrainischen StudentInnen an. Während der Studienfahrt wurden ZeitzeugInnen von angehenden HistorikerInnen zu ihren Erfahrungen mit Krieg und Zwangsmigration befragt. 

Das Projekt unter dem Titel „Meet-Up-Projekt Ukraine 2016“ hat StudentInnen und WissentschaftlerInnen aus drei Universitäten zusammengebracht. Zwölf Bochumer Studis der RUB arbeiteten in Kooperation mit StudentInnen der Ukrainisch-Katholischen-Universität Lwiw (UCU) und der Nationalen

Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz (UCz). Andere Teilnehmende waren Dr. Olena Petrenko (RUB), Dr. Andrzej Michalczyk (RUB), Dr. Volodymyr Sklokin (UCU) und Dr. Sergij Lukanyuk (UCz). Finanziell wurde das Projekt von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.                 

Erinnerungen und Kriegserfahrungen

Das Hauptziel des Projektes bestand darin, aufzuzeigen, wie sich die Ereignisse des Jahrzehnts  zwischen 1939 und 1949 in einigen Grenzräumen Ostmitteleuropas in verschiedenen Erinnerungsformen widerspiegeln. Dafür besuchten die TeilnehmerInnen der Studienfahrt Ende September 2016 die Dörfer Muschylowytschi (Münchenthal) und Halytschany (Burgthal) in der ukrainischen Region Galizien und die Orte Kysylyn und Misotsch in Wolynien. Anfang Oktober 2016 forschten Studierende und DozentInnen in den bukowinischen Orten Czernowitz, Mahala und Radautz. Überall wurden Interviews mit ZeitzeugInnen durchgeführt. 

Anfang November folgte die weitere Phase des Projekts an der Ruhr-Universität Bochum. Die Ergebnisse sind auf der Website grenzraum.martin-opitz-bibliothek.de als Videoaufnahmen der Interviews mit der Übersetzung zu finden. Bald wird auch die ukrainische Version der Seite online sein.

Straßen und WLAN

Während der Reise in die Westukraine haben die RUB-Studierenden unvergessliche Eindrücke gesammelt, die sie auch teilweise als ambivalent bezeichnen. Einerseits erlebten sie einen Kulturschock durch den Zustand der Straßen und Sanitäranlagen in den westukrainischen Dörfern. Andererseits waren sie positiv überrascht davon, wie leicht sie in Cafés und Kneipen in größeren Städten Zugang zu WLAN erhielten.

Dr. Andrzej Michalczyk (RUB), einer der Projektleiter, betonte die Wichtigkeit des Projektes anhand von drei Punkten. Es ermöglichte den StudentInnen, für die kurze Zeit raus aus dem akademischen Gedankenfeld zu gehen, selbstständig tätig zu werden und letztendlich einen Beitrag zur Internationalisierung der RUB zu leisten.

Gastautorin :Hanna Vlasiuk 

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