In seinem Kommentar zum 70. Geburtstag der UNO hat unser Redakteur Tim Schwermer seine Positionen dargestellt und den Vortrag von Andreas Zumach zum Anlass genommen, in der :bsz über mögliche Reformen der Institutionen Stellung zu beziehen. Leider erweckte der Artikel den Eindruck, die Argumente des Vortragenden wiederzugeben. Tatsächlich formulierte Tim seine eigene Kritik an den Mitgliedstaaten, nicht aber an der Institution selbst. Um Missverständnisse auszuräumen, drucken wir den folgenden Brief, den Andreas Zumach uns geschrieben hat, ab. 

 

:Die Redaktion

Liebe :bsz,

der Kommentar von T. Schwermer anlässlich meines Vortrages über die UNO am 15. Juni in Essen ist leider an vielen Stellen sehr ungenau und irreführend. Da bei LeserInnen der Eindruck entstanden ist, Schwermer gebe in seinem Kommentar Positionen von mir wieder, nachfolgend einige Anmerkungen:

Den zentralen, an diesem Abend von mir mehrfach und ausführlich erklärten Punkte meiner Kritik, dass nämlich die Mitgliedsstaaten der UNO versagen, und deshalb die Institution UNO scheitert, hat er offensichtlich nicht verstanden. Wie könnte er sonst diesen Satz schreiben.

„Wo war die Friedensorganisation UNO, als syrische Geflüchtete auf die Essensrationen der UNO warteten und den Vereinten Nationen das Geld ausging?“

Und bei der dringend notwendigen, von mir ebenfalls ausführlich erläuterten Finanzreform der UNO geht es natürlich nicht um „mehr Transparenz eines Doppelhaushaltes“, sondern darum, dass endlich mehr Geld von den Mitgliedsstaaten verlässlich und nach einem fairen Verteilschlüssel in die Kassen der UNO kommt, damit sie die vielfältigen Herausforderungen bewältigen kann.

Völlig ärgerlich finde ich das Plädoyer für „mehr Kooperation“ der UNO „mit der NATO“. Das ist mit Sicherheit nicht meine Position, sondern wird von mir scharf kritisiert, denn eine solche Kooperation ist genau das Gegenteil einer Reform der UNO, die zu mehr eigenständiger Handlungsfähigkeit führt.

 

Mit freundlichen Grüßen

:Andreas Zumach

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