Bild: „Ich geh nach Brüssel“: Mit einer Karte lässt sich eine reformunwillige Regierungskoalition auswechseln. , Brettspiel: Beim satirischen „Euro Crisis“ geht es Krisenländern an den Kragen Foto: joop

Krisen sind gut fürs Geschäft. Komisch, dass da die boomende Spieleindustrie noch kein Spiel zur Eurokrise herausgebracht hat. Zu heikel? Dann müssen halt kleine Publisher in die Bresche springen. Der Doppeldenk-Verlag präsentierte auf der Essener SPIEL sein Erstlingswerk „Euro Crisis“.

In der Rolle einer Bank versuchen SpielerInnen, in vier Krisenländern – Griechenland, Spanien, Frankreich und Irland – Staatsvermögen zu privatisieren und auf den Staatsruin zu wetten. Die Aktionskarten sind nach Hauptstädten benannt, was dem Spiel seine satirische Note verleiht. Spieler A wechselt etwa mit der Brüssel-Karte die sozialistische Regierung gegen eine konservative aus, oder Spielerin B kauft in Moskau Waffen, um Aufstände niederzuschlagen, wenn das Volk gegen Reformen aufbegehrt, die in Rom bei Bunga-Bunga-Parties ausgekungelt wurden.

Krisenpaket: Das alles steckt in "Euro Crisis". Foto: joopDie Aktionsmöglichkeiten erfordern etwas Erklärung vorab, aber dann läuft eine Runde doch recht flüssig. Und es bewahrheitet sich, was die Entwickler selbst beim Test feststellten, sagt Simon Eich: „Man merkt, wie Banken Regeln und Lücken ausnutzen. Man wird wirklich zu einem Bad Banker.“ Es gehe jedoch nicht darum, sich auf Kosten von Krisenländern lustig zu machen. Das zuweilen zynische Spiel regt auch zum Nachdenken an, sagt Simon Eich: „Aber es ist auch ein Brettspiel und soll Spaß machen und nicht belehren.“

:Johannes Opfermann

Mehr zu „Euro Crisis“  erfahrt Ihr unter www.doppeldenk-spiele.de

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