Bild: Was hat denn der Fisch mit dem April zu tun? , April, April: Welche Narren narren Narren und wie veräppelt man anderswo? Foto: kac/lux

Fast auf der ganzen Welt ist der 1. April berühmt-berüchtigt dafür, dass wir unsere Mitmenschen an der Nase rumführen dürfen. Warum? Darüber wurde bis heute kein Konsens gefunden. Wir haben uns für Euch schlau gemacht und (auch) auf dem Campus nachgefragt.

Oleg, 25, kommt aus Russland: „Wir nennen es Tag des Gelächters. Letztes Jahr habe ich dem Freund meiner Schwester einen gefälschten positiven Schwangerschaftstest gezeigt.“

Falsche Fische: „Poisson d’avril!“ („Aprilfisch!“), diesen Ruf hört man in Frankreich am 1. April häufig. Was heißt es? Dass ein Scherzkeks einem ahnungslosen Opfer unbemerkt einen Papier- oder Pappfisch auf den Rücken geklebt hat. Übrigens, die Tradition existiert auch in Italien, Belgien und in den französisch-sprachigen Regionen der Schweiz und Kanada. Also: Auf die Fische, fertig, los!

Ugne, 21, kommt aus Litauen: „Der 1. April heißt übersetzt Tag des Narren. Die Legende besagt, dass ein Herrscher sich Fisch zubereiten ließ und gleichzeitig sein Untertan den gleichen Fisch kochte. Als sie das bemerkten, wurde der Herrscher nicht böse, sondern begann zu lachen.“

Falsche Botschaft: „Send the fool further!“ („Schick den Narren weiter!“) liest man bei dieser Variante des Kettenbriefes in Irland. Geht ganz einfach: Botschaft – gerne auch mit kleinem Reim – aufschreiben, in einen Umschlag stecken und dann das Opfer bitten, den Brief zu überbringen. Der Adressat bekommt den Brief, liest ihn – und beauftragt den Überbringer, den Brief an jemand anders weiterzuleiten. Und der Nächste macht dann das Gleiche. Passierschein A 38 live also.

Željko, 27, kommt aus Serbien: „Die Serben nennen den 1. April Tag des Witzes. Ich finde es bescheuert, sollen wir doch Leute verkackeiern, wann wir Bock haben.“

Falscher Tag: Als „Taily Day“ (etwa: „Schwänzchen-Tag“) bezeichnet man in Schottland den Tag nach dem 1. April. Die SchottInnen geizen nämlich nicht mit Späßchen und machen aus dem „April Fool’s Day“ (April-Narren-Tag) gleich zwei Tage. Während der erste uns vertraut vorkommt, ist der zweite ganz dem Spaß und handfestem Scherz rund um das Hinterteil gewidmet. Hier ist wohl auch der Ursprung der weltweit beliebten „Tritt mich!“-Zettel. Kick it like the Scots!

David, 23, kommt ursprünglich aus Tschechien: „Wir Tschechen bezeichnen den 1. April als Apríl (mit langem i), sonst heißt der Monat bei uns duben.“

Barbara, 28, kommt aus Polen: „Wir Polen mögen lateinische Bezeichnungen. Darum heißt der 1. April bei uns Prima aprilis. Kleine Kinder singen dann auch ein Liedchen: Prima aprilis, kto się pomylił, ten się zagapił“ (Quasi: „Wer reingefallen ist, der hat nicht aufgepasst“).“

Wir wünschen Euch einen ausgelassenen 1. April!

:Katharina Cygan & :Stefanie Lux

Info: Woher kommt das jetzt überhaupt?

Vielleicht ist ja der Papst an allem Schuld – der Wechsel auf gregorianischen Kalender hat schließlich die Feier des neuen Jahres vom Frühlingsanfang auf den ersten Januar verlegt. Wer danach noch zu Frühlingsbeginn Neujahr feierte, wurde dementsprechend ausgelacht.

Oder vielleicht ist es wie so vieles ein Überbleibsel aus der Antike? Die RömerInnen feierten zur Frühlingstagundnachtgleiche ein ausgelassenes Fest. Dabei kamen wahrscheinlich Masken und damit die Imitation auch von prominenten Gestalten aus dem öffentlichen Leben zum Einsatz.

Im niederländischen Achtzigjährigen Krieg wurde am 1. April 1572 Brielle als erste holländische Stadt von den aufständischen NiederländerInnen erobert. Für den spanischen Statthalter, den Herzog von Alba, war das ganz schön bitter. So lernt man noch heute in holländischen Geschichtsbüchern: „Op 1 april verloor Alva zijn bril.“ („Am 1. April verlor Alba seine Brille.“)

Oder liegt es vielleicht einfach am Aprilwetter, das bekanntlich auch macht, was es will, dass so viele Länder den 1. April so zelebrieren?

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