Bild: Durchgang trotz Sperrung? Uni (nicht) für jeden erreichbar. , :bsz deckt auf: Hätten mehr Studierende im Wintersemester anfangen können? Foto:kac

Seit vergangener Woche steht das Telefon der RUB nicht still. Andauernd wird die Frage gestellt, ob es unbelegte NC-Studienplätze an der RUB gäbe. Angeblich hätten in Nordrhein-Westfalen bis zu 8.398 Studierende einen Studienplatz bekommen können. Die :bsz hat nachgeforscht: Wie sieht es an unserer Uni aus?

Pro Semester kann die Ruhr-Universität Bochum circa 9.600 Studienplätze zu Verfügung stellen, die durch das Zulassungsverfahren vergeben werden. Dabei geht die RUB davon aus, dass sich die Studis in spe auch an anderen Hochschulen beworben haben und deshalb doch nicht an der RUB studieren. Für das laufende Wintersemester hat die Uni-Verwaltung mehr als 700 BewerberInnen zusätzlich zugelassen und wurde hierdurch um zehn Prozent überbucht. Dies sei jedoch ein normaler Zustand. Die RUB möchte möglichst jeder Person einen Studienplatz anbieten und dieses Verfahren gäbe es schon immer.

Woher kommen die 8.398 Studienplätze?

Nach Angaben der Verwaltung unserer Uni kann es zu angeblich freien Studienplätzen nur kommen, wenn die sogenannten Orchideenfächer, wie zum Beispiel Gender Studies, mit einbezogen werden. Diese haben einen hohen Spezialisierungsgrad; nicht jede Person kennt diese Fächer und die Zahl der Studierenden sind dort gering. Zudem geht bei auslaufenden Fächern die Zahl der BewerberInnen zurück, da viele zögern, sich in einen bald nicht mehr existenten Studiengang einzuschreiben.

Die RUB vergab alle zulassungsbeschränkten Studienplätze, denn jede Person könne sich auch einklagen und das Recht auf Bildung in Anspruch nehmen.

Was ist DoSV?

Das Dialogorientierte Serviceverfahren, kurz DoSV, ist von der Stiftung ‚Hochschulstart‘ für zulassungsbeschränkte nichtmedizinische Fächer, ist eine Hilfestellung zur Bewerbung an Unis. Daran beteiligen sich allerdings bisher nicht alle Hochschulen, obwohl sich das DoSV an alle staatlichen Hochschulen richtet, die grundständige, örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge anbieten.

Nach Angaben der Homepage von Hochschulstart verbindet das DoSV die Vorteile der dezentralen und zentralen Zulassungsverfahren der Hochschulen. Diese können ihre Verfahren wie gewohnt nach eigenen Vorgaben durchführen und so ihre Autonomie wahren. Durch dieses Programm sollen die Zulassungsprozesse der teilnehmenden Hochschulen vernetzt werden, um dann die Zulassungsangebote abzugleichen. So kann sichergestellt werden, dass Studienplätze schneller vergeben werden.

Laut Spiegelonline sollen von den 4.000 örtlich zulassungsbeschränkten Studienangeboten in Deutschland nur 289 die Bewerbung über das DoSV genutzt haben.

Dabei ist die Organisation der Stiftung ungenügend durchdacht. Bewirbt sich jemand direkt für ein Fach an einer Uni, die nicht bei DoSV beteiligt ist und zusätzlich zentral bei der Stiftung Hochschulstart, kann es passieren, dass diese Person eventuell von beiden eine Zusage bekommt: Die Stiftung erfährt nicht von der Hochschule, dass die auserwählte Person schon einen Platz bekommen hat.

:Katharina Cygan
 

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