Für Diskussionen sorgte in der vergangenen Woche das „Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung“ (CHE) durch die Bertelsmannstiftung, mit der Studierende befragt werden sollen. Die Grüne Hochschulgruppe (GHG) brachte im StuPa einen Antrag gegen das Ranking ein. „Spezielle Studiengänge würden beim Studienranking nicht berücksichtigt werden“, so Antragsteller Sebastian Pewny. Der Antrag der GHG plädiert dafür, die Umfrage zu boykottieren.

Die Boykottforderung wird in dem Antrag wie folgt begründet: „Das CHE-Ranking weist eklatante methodische Mängel auf. So wird die Datengrundlage nicht veröffentlicht, es wird keine wissenschaftliche Beschreibung der Methodik vorgenommen und Stichproben sind oft zu klein, um aussagekräftig zu sein. Zudem gefährden Rankings wie das CHE-Ranking massiv die Freiheit von Forschung und Lehre. Insbesondere da die Fragestellungen der Untersuchungen von Privatinteressen des Bertelsmann-Konzerns geleitet sind.“ Insbesondere wurde die Gefahr betont, dass kleinere Studiengänge sowie eine kritische Forschung und Lehre zu kurz kommen könnten: „Es wird lediglich die Quantität gemessen, nicht aber die Qualität. In Folge dessen sind Universitäten dazu gezwungen, Forschungsbereiche zu zentralisieren und damit das Portfolio an Fachbereichen auszudünnen. Orchideenfächer verschwinden, es bleiben Fachgebiete, die normierbar und damit vergleichbar sind. Für Vielfalt und kritische Wissenschaft ist kein Platz in einer nach diesen rein ökonomischen Kriterien bewerteten Universität.“ Seitens der Antragsstellenden wies man auch darauf hin, dass in dieser Sache Unterstützung durch die Fachschaften zu erwarten sei.

Politisch gefährliche Stiftung

Während einige dafür argumentierten, die Bertelsmann-Stiftung nach Vorhaben und Methodik zu befragen, um auf Grundlage dieser Erkenntnisse weiterzudiskutieren, verwiesen KritikerInnen vor allem auf die neoliberale Ausrichtung und Intransparenz der Bertelsmann-Stiftung: „Es ist nicht transparent, was die machen. Das ist auch politisch gefährlich. Deshalb ist es wichtig, ein Signal zu senden, dass wir dazu aufrufen, das zu boykottieren“, so Karsten Finke von der GHG.

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