Unser Bericht zur letzten Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) in der vergangenen Ausgabe der :bsz hat sich in einem kurzen letzten Absatz mit einer Debatte der ParlamentarierInnen beschäftigt, die das Ring-Festival RUB und die Förderung desselben durch den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) zum Thema hatte.

Neben der Frage nach der Förderung des Ring-Festival RUB ging es um die weiterreichende Frage nach den generellen Bedingungen zur Förderung von Initiativen durch den AStA. Diese Frage hatte die :bsz selbst in die StuPa-Debatte eingebracht, da es dem anwesenden Redakteur unzulässig erschien, beim Ring-Festival RUB aus einem ‚Wagner-Reflex‘ heraus Nachfragen zu stellen, die bei anderen Initiativen nicht gestellt werden sollen. Um die Debatte publizistisch aufzuarbeiten, hatte die Redaktion einen kurzen Fragenkatalog aufgestellt, der dem StuPa-Sprecher mit der Bitte um Weiterleitung an alle ParlamentarierInnen zugestellt wurde. Bisher hat eine der Listen im StuPa geantwortet, eine andere Liste hat geantwortet, dass sie nicht antworten möchte, und aus einer weiteren Liste gibt es Signale, dass ein bisschen mehr Zeit guttun würde, um sich Gedanken zu machen.

Die Diskussion kommt in Gang

Außerdem hat sich die Ring-Initiative selbst zu Wort gemeldet. Um ihre Antworten nicht unter den Tisch fallen zu lassen, berichten wir hier zunächst über die Wortmeldung der Initiative und gehen gerne auch auf die Bedürfnisse mindestens einer beteiligten Liste ein, die ihre Beantwortung der Fragen mit dem Verweis auf mangelndes Vertrauen zu einem :bsz-Redakteur begründet hat – ohne zunächst eine Bewertung dieser Haltung vorzunehmen. In der kommenden Ausgabe wird es einen Folgeartikel geben, der von einem anderen oder einer anderen RedakteurIn betreut wird und die Bitte um Beantwortung unserer Fragen an die politischen Listen sei hiermit erneuert.

Ring-Initiative meldet sich zu Wort

„Das Thema ‚Richard Wagner und der Antisemitismus‘ ist viel komplexer und vielschichtiger als das der Artikel andeutet. Selbstverständlich haben wir uns damit in unserem Theaterwissenschafts-Seminar zum ‚Ring‘ auseinandergesetzt. Allerdings sollte dieses Thema nicht Gegenstand des Festivals werden“, stellen die VeranstalterInnen klar. Sie können die Debatte im StuPa durchaus nachvollziehen, denn es gibt einen problematischen Zusammenhang zwischen Wagner, seinem Werk und dem Nationalsozialismus. Genauso gibt es aber eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema „Autonomie des Werkes“, die simplifizierende Kurzschlüsse zwischen Werk und Autor zurückweist. Die Initiative selbst hätte sich gefreut, wenn etwa die Bier-Liste nicht den AStA gefragt hätte, ob er bei seiner Förderentscheidung den Antisemitismus von Wagner auf dem Schirm gehabt habe, sondern sich direkt mit der Initiative auseinandergesetzt hätte. Ohne Schuldzuweisung in die eine oder andere Richtung fühlt sich die Initiative als „Spielball von verschiedenen politischen Lagern im StuPa“.

Bisher eine Stellungnahme

Bisher haben erst die Jusos auf die :bsz-Fragen geantwortet. Nur ein Aspekt der Antworten kann hier aus Platzgründen Erwähnung finden: „Die Fragen der Opposition (…) bezogen sich leider zu keinem Zeitpunkt auf die tatsächliche Intention des Ring-Festival RUB, als vielmehr darauf, dem AStA Unkenntnis in Bezug auf Wagners antisemitische Haltung zu unterstellen (…) Wir möchten dieses Bild nachhaltig zerstreuen, indem wir darauf hinweisen, dass an der betreffenden AStA-Sitzung zum Ring-Festival zahlreiche ReferentInnen teilgenommen haben, die sich über die antisemitische Haltung Wagners im Klaren waren, aber darin keinen Grund sahen, die Förderung der Initiative an weitere Nachfragen zu knüpfen.“ Wir werden die vollständige Antwort in der nächsten Ausgabe berücksichtigen und bitten alle Listen um Verständnis dafür, dass unser kurzer StuPa-Bericht nicht alle Facetten der Debatte einfangen konnte. Wir korrigieren falsche Eindrücke gerne, wenn wir entsprechende Richtigstellungen bekommen. Der AStA hat angekündigt eine Veranstaltung zum Thema „Beziehung Autor – Kunstwerk“ durchzuführen.

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