Bahnhof Langendreer feiert 30-jähriges Jubiläum
Vom besetzten Haus zum Kulturzentrum
Foto: Kirstin Schwierz
Seit 30 Jahren eine beliebte Location für Freizeit- und Kulturangebote: Der Bahnhof Langendreer lädt zum Geburtstag ein. Foto: Kirstin Schwierz
Seit 30 Jahren eine beliebte Location für Freizeit- und Kulturangebote: Der Bahnhof Langendreer lädt zum Geburtstag ein.

Mit einer alten Bahnhofruine fing alles an: Heute ist der Bahnhof Langendreer ein bekanntes soziokulturelles Zentrum  in Bochum. Am 27. August wird der 30. Geburtstag gefeiert.:bsz-Redakteur Tim Schwermer sprach mit Rolf Stein, Vorstand der Einrichtung, der von Anfang an dabei war.  

Ein autonomes Zentrum sollte entstehen, als Rolf Stein gemeinsam mit 25 anderen im Juni 1981 die alte Fabrikhalle an der Hermannshöhe besetzte, um für ein soziokulturelles Zentrum zu demonstrierten. Was mit einer Polizeiräumung am Ende des Jahres endete, als die BesetzerInnen insgesamt vier Gebäudekomplexe verteidigten, war zugleich der Startschuss, um gemeinsam mit der Stadtverwaltung Bochum zu verhandeln und einen anderen Weg einzuschlagen: „Statt einen Hausfriedensbruch zu riskieren, haben wir uns damals an einen Tisch gesetzt, um über die Nutzung des leerstehenden Bahnhofgebäudes in Langendreer zu verhandeln“, sagt Stein, der damit Teil des richtungsweisenden Strukturwandels des Ruhrgebiets war.   

Die Stadt Bochum kaufte das leerstehende Gebäude und 1984 wurde die Renovierung eingeleitet, die nach zwei Jahren abgeschlossen wurde. „Es war eine ziemliche Ruine, als wir mit den Arbeiten anfingen“, erinnert sich Stein, der vor allem auf das inhaltliche des Bahnhofs stolz ist. „Wir haben unser damaliges Konzept durchgesetzt, das heute noch Bestand hat.“ Dadurch, dass das Gebäude 1986 unter Denkmalschutz gestellt wurde, hatte der Bahnhof Zugriff auf Landesmittel im Rahmen von Städtebauförderungsmaßnahmen.  

Bochum ohne Bahnhof?

Gesellschaftliche Themen politisch aufzuarbeiten, war von Anfang an die Devise. „Themen wie Zuwanderung, die Ungleichheit der Welt, Hunger, eben Themen mit Geschichte“, sagt Stein und verweist auf die Wichtigkeit des politischen Dialogs. Auf die Frage, ob der Bahnhof noch in 30 Jahren bestehen würde, fand er keine konkrete Antwort: „Kultur gilt nach wie vor als strukturwandelndes Element, aber die gesellschaftliche Entwicklung ist nicht absehbar. Doch kann ich mir Bochum ohne den Bahnhof nicht vorstellen.“ 

Das Programm der Geburtstagsparty findet Ihr unter: bahnhof-langendreer.de/30-jahre-bahnhof-langendreer.html

:Tim Schwermer