Aufgrund rechtswidriger Einstellungen
Studierenden droht Jobverlust
Symbolbild

Berlin.  An der Humboldt-Uni (HUB) könnte ein Urteil des Landesarbeitsgerichts zur Entlassung von bis zu 600 Studierenden führen.

Rechtswidrig seien 600 studentische Mitarbeiter*innen der Humboldt-Universität in verwaltenden Bereichen wie zum Beispiel der Universitätsbibliothek eingestellt. Dies gab der studentische Personalrat in Bezug auf ein Urteil das Landesarbeitsgericht Berlin bekannt. Auslöser war die Beschäftigung von Studierenden in nicht-wissenschaftlichen Bereichen unter dem geringer entlohnten Tarifvertrag für Studierende (TV-Stud). In verwaltenden Bereichen gelte jedoch der Tarifvertrag der Länder, TV-L. Dieser sehe neben einem Gehalt von bis zu 18 Euro pro Stunde auch Weihnachtsgeld und eine weitere Woche Urlaub vor. Vizepräsident für Forschung Dr. Peter Frensch sprach am Dienstag im Akademischen Senat der HUB davon, dass nun 120 Stellen in der Universitätsbibliothek sowie dem Computer- und Medienservice in Gefahr sind, da die Uni nicht in der Lage sei, so viele Arbeiter*innen unter dem besser entlohnten Tarifvertrag anzustellen. Zusätzlich besteht nun die Angst, dass neu geschaffene Verwaltungsstellen unter TV-L gar nicht erst für Studierende geöffnet werden, da diese höheren Einstellungsvoraussetzungen unterstehen würden, die die meisten Studierenden nicht hätten, erklärte Thomas Morgenstern, Vertreter der sonstigen Mitarbeiter im Akademischen Senat.

Nach dem langen Kampf

Der studentische Personalrat bemängelt die Einstellung von studentischen Mitarbeiter*innen unter den schlechter entlohnten Tarifverträgen bei selben Anforderung an die Arbeiter*innen bereits seit einiger Zeit.
Die Hiobsbotschaft, dass eine Vielzahl von Studierenden nun ihren Job verlieren könnte, kommt erst kurz nachdem Studierende im Juni nach einem lang anhaltenden Streik besser bezahlte Tarifverträge der Form TV-Stud aushandelten (:bsz 1174, :bsz 1168, :bsz 1159). Dabei erreichten sie eine sofortige Lohnerhöhung von 10,98 Euro auf 12,30 Euro sowie eine bis Januar 2022 gestaffelte Erhöhung auf 12,96 Euro.
 
             

          :Stefan Moll

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