Wer ist da in meinem Wohnzimmer?
Noch mehr Zoom
Bild:stem
Virtuelle Chats: Ein bisschen Spaß muss sein!
Virtuelle Chats: Ein bisschen Spaß muss sein!

Unterhaltung. Wenn Ihr etwas Platz in Eurem Stundenplan freischaufeln könnt, gibt es vielleicht das ein oder andere Reunion-Special, das Euch interessieren könnte.

In der Isolation suchen wir den Kontakt zur Außenwelt vor allem auf digitalem Wege. Auch an Universitäten entschied man sich schnell für Kommunikationsmöglichkeiten wie die Videokonferenz- und Webinar-Software Zoom. Selbst in der Unterhaltungsindustrie findet die Software zurzeit vermehrt Gebrauch. Einige TV-Specials und YouTube-Videos bringen alte Serien- und Filmstars wieder an den virtuellen Tisch und nutzen dafür die Software Zoom. Viele dieser Formate zeigen sogenannte Tablereads, bei denen die Schauspieler:innen und Autor:en gemeinsam am Tisch sitzen und ein Drehbuch lesen, nur eben aufgrund von Corona in virtueller Form. Serien wie The Nanny, The Office, Community, Parks and Recreation, The Fresh Prince of Bel-Air oder auch der Film „Zurück in die Zukunft“ haben ihre Stars in den meisten Fällen für einen guten Zweck zusammengebracht oder zumindest um den isolierten Fans daheim ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Natürlich wirkt es bei dem einen oder anderen Fall aber auch ein bisschen so, als wolle man die Gewässer für zukünftige Projekte testen.

Auf dem Kanal von Sony ist seit dem 18. Mai eine Zoom-Tableread-Sitzung der Serie „Community“ zu finden. Der Serien-Cast traf sich online, um die vierte Folge der fünften Staffel zu re-enacten. Als kleinen Vorgeschmack konnte man sich aber bereits vorher eine mehr oder weniger private Zoomsitzung der Serienstars innerhalb eines Podcast („The Darkest Timeline“) zweier Darsteller der Serie ansehen. In dieser losgelösten Sitzung (Bild) erzählen sie, was für Erfahrungen sie während und nach der Serie gemacht haben, wer von ihnen bei ihrem letzten Treffen peinlich besoffen war und wie sehr sie sich vermissen. Vor allem scheint die Chemie zwischen den Darsteller:innen aber immer noch zu stimmen und man hat als Fan der Serie ein bisschen das Gefühl, in eine Videochat-Sitzung mit alten Freund:innen gefallen zu sein. Nur das eigene Mikrofon will grad nicht. Aufgrund eines derzeitigen Bekanntheitsbooms der Serie, durch ihr Erscheinen auf den Streaming-Diensten Netflix und Hulu, kursieren bereits Gerüchte, dass es zu der Produktion eines Community-Films kommen könnte. Dies wurde durch die beiden virtuellen Treffen noch mal verstärkt. #sixseasonsandamovie.

Die Serie Parks and Recreation produzierte für den Sender NBC sogar eine Special-Corona-Episode im Zoomformat, in der eine Menge bekannte Gesichter der Serie zusammenkamen und sich gegenseitig, um ihr derzeitiges Wohlbefinden zu informieren. Weitere Zoomtreffen gab es unter anderem von den Serien Friday Night Lights, Chuck, Big Mouth, Frasier, Twin Peaks oder auch von Kult-Filmen wie Back to the Future und The Goonies, beide jeweils auf dem YouTube-Kanal von Schauspieler Josh Gad. Viele dieser Specials sammeln dabei Spenden für wohltätige Zwecke auf Seiten wie beispielsweise
feedingamerica.org. Der Blick in die Wohn- und Schlafzimmer der Stars wirkt manchmal etwas entmystifizierend aber natürlich auch irgendwie nahbar und sympathisch. Zumindest ist es nett von ihnen, einen kleinen Einblick und eine Ablenkung in diesen merkwürdigen und oft langweiligen Zeiten zu gewähren. Die Zoomsitzungen sind eine charmante, nostalgische Überbrückung für die Zeit in denen TV- und Film-Produktionen stillstehen, können echtes Fernsehen jedoch eindeutig nicht ersetzen, da gute Produktionen von der persönlichen Interaktion vieler Kreativer leben.

:Christian Feras Kaddoura