Dorisdean zeigt mit „Es tut uns leid, Margarete“ einen performativen Fernsehabend
Die Utopie der Show
Foto: Gregg Wilson
Fernsehshows: Man erfährt etwas über sich selbst und die Nation. Foto: Gregg Wilson
Fernsehshows: Man erfährt etwas über sich selbst und die Nation.

Performance. Am 19. Januar ist die Premiere des performativen Fernsehabends „Es tut uns leid, Margarete“ des Kollekitvs dorisdean.

Nachkriegsdeutschland. Das Land ist zerrüttet und traumatisiert. Für den Showmaster der ersten Fernsehshows, Joachim „Blacky“ Fuchsberger, dienen seine Shows der 50er und 60er als „Therapie für eine psychisch gestörte Nation“, wie er selbst sagte. Die freie Performance-Kompanie dorisdean aus NRW hat sich etwa ein Jahr lang mit populären Fernsehshows aus 60 Jahren Fernsehgeschichte auseinandergesetzt und sind dem Phänomen auf den Grund gegangen. Entstanden ist die Performance „Es tut uns leid, Margarete.“

Reflexion der Nation 

Ausgehend von Fuchsbergers Zitat stellt sich dorisdean die Fragen: Ist die Nation nun gesund? Was ist mit der Welt los? Was steckt alles in diesen Shows? Aus der aktuellen Gegenwart heraus liegt das Interesse, die Vergangenheit zu betrachten. „Die Utopie wird in den Shows nicht erreicht. Wir sehen das, was nicht erreicht wird. Aber was passiert, wenn wir uns dem annehmen. Wollen wir es nachahmen oder nach mehr suchen?“, erklärt Philipp Hohmann, Künstler von dorisdean. Auch wenn sie der Unterhaltung dienen sollen, finden sich in diesen Shows zum Beispiel Darstellungen von Rassismus und Sexismus, worüber sich sowohl damals als auch heute niemand wundert.

An den Abenden werden verschiedene Showeinlagen gezeigt. Philipp Hohmann erzählt: „Die Abende werden wie eine Spielshow immer leicht variieren. Mit dem Material auf der Bühne und der Art, wie die Spiele gespielt werden, wird immer neu umgegangen. Es ist keine komplett geprobte Choreografie.“ Das Publikum kann mitraten und mitfiebern. Dennoch ist es eine Performance und keine Show.

„Für uns ist die kollektive Arbeit wichtig. Wir haben alle das gleiche Mitspracherecht, was zu unserer besonderen Arbeitsatmosphäre führt“, berichtet Philipp Hohmann über die Arbeit im Kollektiv. Diese besondere Zusammenarbeit sieht man auch auf der Bühne. 

Die Performance wird am 19., 20. und 21. Januar in der Zeche 1 – Zentrum für urbane Kunst gezeigt. Die Karten kosten regulär 8 Euro und ermäßigt 5 Euro. Reservierungen sind unter tickets@dorisdean.de möglich.

:Maike Grabow

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