Kommentar: „Tuesday“-Triumph für Trump
Amerika folgt EU-Trend
Illustration: kac; Quelle: Max Goldberg/flickr CC BY 2.0
#MauernSindCool: Trump scheint sein Bauunternehmen fördern zu wollen. Illustration: kac; Quelle: Max Goldberg/flickr CC BY 2.0
#MauernSindCool: Trump scheint sein Bauunternehmen fördern zu wollen.
Seit etwa einer Woche steht Donald Trump als Kandidat für die Republikaner fest. Sämtliche Medien spekulieren, wie Amerika unter der Präsidentschaft von Trump sein würde. Dabei müssten sich die Amis einfach mal die Situation in Europa anschauen und schon wäre ihnen einiges klar.
 
Die polnische nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (Pis) hatte im Wahlkampf vor Integrationsproblemen gewarnt und sich gegen die Aufnahme muslimischer Geflüchteter ausgesprochen. Trump hat ein Einreiseverbot für Muslime und Muslimas in die USA gefordert.
 
Die rechte Partei FPÖ in Österreich schart seit Jahren erfolgreich ProtestwählerInnen um sich, die Flüchtlingskrise hat sie noch verstärkt. In Deutschland gewinnt hingegen die AfD immer mehr Stimmen, da einige Konservative das Vertrauen zur CDU verloren haben. Trump nennt die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung einen Fehler. Er zieht in Interviews Straftaten von AsylbewerberInnen heran, um seine Abschottungspolitik gegen MigrantInnen zu rechtfertigen.

Ein rechtspopulistischer Demagoge

Trump hat in seinem Wahlkampf eine volksaufrührerische Hetze an den Tag gelegt. In seinem Buch „Crippled America. How to Make America Great Again“ zitiert er seine Wahlreden, in denen es heißt, dass gute Nachbarschaft auf guten Mauern beruhe. Seine Forderung ist es, eine Mauer an der Südgrenze zu Mexiko zu errichten. Des Weiteren erklärt der Milliardär in seinem Buch, dass er auch Deutschland dazu bringen möchte, wieder Mauern zu errichten. Seine Vorliebe zu Mauern könnte von den scheinbar solide gebauten Trump Towers kommen.
 
Ähnlich wie bei den polnischen Wahlen 2015 spricht Trump Ängste der einfachen Menschen an, er bedient sich einer primitiven Sprache, die selbst 12-Jährige verstehen und erreicht somit mehr Aufmerksamkeit. Allerdings: Präsident Duda tat ähnliches und heute sind die WählerInnen deutlich unzufrieden, ihn gewählt zu haben.
Also, Amerika! Schreib Dich nicht ab, lerne aus den Fehlern der EU und denke daran, dass nicht alles Gold ist, was glänzt – wie etwa Trumps Toupet.
 
:Katharina Cygan