Bild: Toooooooor! – Für die Fans ist Fußball oftmals mehr als nur ein Spiel., Tradition hat keinen Platz auf unseren Plätzen. Symbolbld: bena

Kommentar. Dass Fußball ein teures Unterfangen geworden ist, ist vielen Fans klar. Die Tradition wird ausgenutzt und die kleinen Vereine, die nicht mithalten können, leiden.

In seinen Anfängen war der Rasenballsport noch frei. Die Gymnasien spielten zuerst. Der Fußball war anfangs noch für die Oberschicht bestimmt. Dann organisierten sich erstmals die Turnvereine der Arbeiter und gründeten eine Liga. Es entstanden mehrere Ligen, unter anderem die des Rotsports, die untereinander Meisterschaften austrugen. Mit dem Nationalsozialismus wurden die verschiedenen Ligen verboten und abgeschafft, ab jetzt gab es nur noch den 1904 gegründeten DFB. Vielleicht bahnte sich zu der Zeit schon die Problematik, die wir heute mit dem Fußball haben, an. Es gab nämlich eine Zeit, in der der Fußball recht frei war. Über die Jahre wurde der Fußball immer weiter zentralisiert. Dass die FIFA korrupt ist, weiß man schon längst und es wäre zumindest für mich keine Überraschung, wenn sich die anderen Verbände auch als korrupt herausstellen würden. Das Problem: Es fließt zu viel Geld im Fußball und der DFB kann selbst mit besten Absichten nicht mithalten. In der Bundesliga spielen ist teuer. Ein guter Spieler kann den Verein gerne mal 20-60 Millionen Euro kosten. Für große Vereine ist das kein Problem, jedoch für den kleinen Verein ist es fast unmöglich mitzuhalten.

Man hat es geschafft. Bundesliga. Jahrelang zweite Liga und jetzt der Durchbruch. Doch die Zeiten sind vorbei, als die Zweitligisten in der Bundesliga mitspielen konnten. Der Aufstieg scheint nur eine saisonale Sache zu sein. Aller höchstens. So findet eine Kettenreaktion statt. Die zweite Liga bleibt immer mehr unter sich und macht es somit dem Drittligisten schwierig, aufzusteigen und so weiter und so fort. Die Gelder des DFB können zwar helfen, aber die verschiedenen Auflagen und die damit versteckten Kosten schrecken viele ab. So bleibt man lieber in der Regionalliga, weil die Bundesligen einfach zu teuer sind. Fair sieht anders aus. Das Problem: Die Gelder der kleineren Vereine reichen im Vergleich zu denen der Bundesligen einfach nicht aus, um noch mitzuhalten. Der Klassenunterschied wächst mit dem Geld.
Es bleibt also nur zu hoffen, dass der Traditionsclub von Investor*innen aufgekauft wird, um ein Marketinggag zu werden. Der Verein wird die Vision eines Unternehmens oder einer Person, die nicht so ganz weiß, was sie mit ihrer Kohle anfangen soll. Die Strukturen, die sich über das letzte Jahrhundert entwickelt haben, weichen dem Geschäft. Aus sonntags gemütlich in seiner Freizeit Fußball gucken, wird montags nach der Arbeit. Vergessen wird die Leistung, die kleine Vereine für ihre Stadt aufbringen. Die verschiedenen Förderprogramme weichen dem Kommerz. Bis die Bundesliga wie die Premier League ist und der Aufstieg unmöglich wird. Gesponsort von Qatar.

Mittlerweile gibt es viele Beispiele, die zeigen, dass sich etwas im Fußball ändern muss. Das Spiel muss, trotz des Geschäfts, wissen woher es kommt. Jedes Wochenende vereint der Fußball Menschen verschiedenster Hintergründe, die sich nicht kennen. Ihr Verein macht sie zu Bekannten. Die Tradition darf nicht dem Geld weichen. Wir müssen für das kämpfen, was den Fußball so groß gemacht hat. Die Gemeinschaft, das Spiel und die Freude an beidem.

:Gerit Höller

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