Bild: 2D-Materialien werden in Zukunft neben 11 anderen Standorten auch an der RUB erforscht., RUB beteiligt sich an Forschungsvorhaben Symbolbild

Wissenschaft. Die RUB bekommt ein neues Forschungslabor zu 2D-Materialien. Es ist eins von zwölf Laboren, die das BMBF fördert.

Unter 2D-Materialien versteht man kristalline Materialien, die aus nur einer einzigen Atomlage bestehen. Um diese äußerst dünnen Schichten zu untersuchen, bedarf es einer speziellen Anlage. Mit diesem so genannten Clustertool wird die RUB nun ausgestattet. Dieses vereint unterschiedliche Prozesse in einer Vakuumanlage, um so einzigartige Prozessabläufe für die Materialien zu ermöglichen. Das „Pict2Des“ genannte Labor soll 2020 in Betrieb gehen und ist dann eins von zwölf bundesweiten Einrichtungen, die das Bundesministerium für  Bildung und Forschung (BMBF) fördert, um die zukunftsweisende Technik der 2D-Materialien zu erforschen. Die dünnen Schichten  erlauben beispielsweise die Entwicklung von Bauelementen für die Mikro- und Optoelektronik. Die geringe Stärke der Materialien haben neben den Vorteilen, wie etwa Flexibilität, jedoch auch Nachteile, weiß Prof. Martin Hoffmann: „Solche dünnen Schichten reagieren mit allem, deswegen muss man sie nach dem Aufbringen sofort durch weitere Schichten schützen. Um die Funktionsschicht dann zu bearbeiten und etwa zu strukturieren, muss die Schutzschicht wieder geöffnet werden – natürlich ohne die darunter liegende Schicht zu verletzen.“

Internationales Niveau

Mit der Errichtung des neuen Labors forscht die Ruhr-Uni an der Weltspitze der Mikroelektronik. Die teilnehmenden Labore und Forschungsinstitute vernetzen sich nicht nur untereinander, sondern auch mit externen Partnern. Hiervon verspricht man sich einen besseren wissenschaftlichen Austausch und stärkere Kooperation. Die Ruhr-Universität übernimmt im fächerübergreifenden Projekt die elektrotechnische Forschung und die Entwicklung neuartiger Materialsysteme. Das geplante Labor wird aus fünf sternförmig um einen Roboter angeordneten Vakuumkammern bestehen. Jeweils zwei dieser Kammern dienen zur Beschichtung mit 2D-Materialien und zum Aufbringen der Schutzschicht und die beiden weiteren Kammern dienen zum zielgenauen Ätzen von Nanostrukturen. „Die neue Anlage steht RUB-intern, aber auch darüber hinaus interessierten Forscherinnen und Forschern für Kooperationen offen und wird von den beteiligten Antragstellern gemeinsam beschafft und betrieben“, betont Hoffmann.                   

:Justinian L. Mantoan

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