Bild: „Es geht darum, mehr zu sehen!“: RUB-Professor Susteck über das Projekt „Unter Tage“; das mit dem Thema Bergbau SchülerInnen aufs Studieren vorbereitet. , Geschichten vom und über’n Pütt Foto: tom

Das Projekt „Unter Tage“, initiiert und geleitet von Professor Sebastian Susteck vom Germanistischen Institut der RUB und gefördert von der Robert Bosch Stiftung, startete letzte Woche Dienstag. Als Teil des renommierten „Denkwerk“-Programms sollen SchülerInnen der neunten bis elften Klasse anhand der Thematik „Bergwerksphantasien und Bergwerksrealität“ an die Arbeit im Studium herangeführt werden.

Welchen Einfluss hatte der im Ruhrgebiet so prominente Bergbau auf Kunst und (Alltags-)Kultur? Welche Geschichten existieren über die Arbeit im Schacht und wie sah die tatsächliche Arbeitswelt der Bergleute aus? Diesen und weiteren Fragen soll im Verlauf des auf  drei Jahre angelegten Projekts nachgegangen werden, vorrangig durch SchülerInnen und zugehörige LehrerInnen, die sich für das Projekt angemeldet haben. So soll zum einen ein Einblick in aktuelle sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung, und zum anderen  der Kontakt mit einer wissenschaftlichen Institution ermöglicht werden. 

„Nicht sofort Sichtbares sichtbar machen“

Mit diesen Worten erklärt Sebastian Susteck seine Arbeit an dem vorliegenden Projekt. Während Heinrich Böll das Ruhrgebiet als Hölle beschrieb, inklusive Feuer, Dunkelheit und Verdammten, versuchte sich die Serie „Rote Erde“ aus dem Jahr 1985 an einer authentischeren Darstellung; sei aber, so Susteck, daran gescheitert, sich an Bedürfnisse des Films angepasst zu haben. Über die Industrielandschaft wurde in der Vergangenheit ein „Netz der Phantasie“ gespannt.

Exkursion und Co. stehen an

Nach einer Einteilung in Arbeitsgruppen werden den SchülerInnen für die Forschung mehrere Arten von Quellen zur Verfügung gestellt, sie führen Interviews mit ZeitzeugInnen und werten Bild-, Ton-, Text- und Videomaterial aus. Ebenso ist ein Ausflug in das Bochumer Bergbaumuseum geplant, der einen Eindruck der realen Bergbau-Welt vermittelt. Dr. Lars Bluma, Leiter des Forschungsbereichs Bergbaugeschichte im Bergbaumuseum, hält fest: „2018 wird die letzte Zeche schließen, deshalb ist die Auseinandersetzung mit dem Thema sehr wichtig.“

:Tobias Möller

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