Bild: Mit GFPS für ein Semester nach Polen: StipendiatInnen aus Deutschland und Belarus mit dem deutschen Honorarkonsul bei den Städtetagen in Krakau., GFPS verbindet Menschen aus fünf Ländern in Krakau und Zittau Foto: mar

Treffen sich ein Deutscher, ein Pole, ein Tscheche … Was klingt wie ein Witz, ist tatsächlich wahr: Die Städtetage der Studi-Organisation GFPS (Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa e. V.) im polnischen Krakau haben junge Menschen aus halb Europa zusammengebracht, um gemeinsam zu reden, zu lernen, zu lachen und zu feiern. Völkerverständigung wie sie sein soll.

Jedes Semester finden jeweils in Polen und in Deutschland die sogenannten „Städtetage“ statt. Anscheinend ein Erfolgsmodell: In der Kulturmetropole Krakau fanden vom 8. bis zum 11. Oktober Menschen aus Deutschland, Tschechien, Weißrussland , der Ukraine und dem Gastgeberland Polen zusammen. Es gab einen Haufen Lob für das Orgateam: „Nicht gefallen … hat mit eigentlich gar nichts“ hörte man mehr als einmal beim Feedback.

Viel Anklang fand die Stadtrallye: In Gruppen galt es, die großen und kleinen Sehenswürdigkeiten der ältesten Universitätsstadt des Landes auf eigene Faust zu erkunden. „Das Konzept habe ich von den Städtetagen 2012 in Bochum. Davon bin ich immer noch begeistert!“, schwärmt Joanna Pietrzyk, die das Seminar mit viel Einsatz organisiert hat.

Betonbücher und Nackttheater

Kulturell ist Krakau ein anderes Kaliber als Bochum. So gab es einen Besuch in der Nationalbibliothek, die mit Büchern mit Einband aus Beton und Zeitschriften mit Käfern als Beilage zu kämpfen hat; eine feierliche Urkundenübergabe mit dem deutschen Honorarkonsul (,der sagte: „Ich wusste, dass Ihr Verein tolle Arbeit leistet, aber jetzt bin ich sogar noch viel begeisterter.“); ein avantgardistisches Stück über Salvador Dali in einem kleinen freien Theater – natürlich mit Nackten; ein Privatkonzert einer US-braslianisch-polnischen Rockband; und ein Karaokeabend, über den ein deutscher Teilnehmer verschmitzt sagte: „Rammstein mit polnischem Akzent zu hören ist eine echt interessante Erfahrung!“

Verbindung fürs Leben

Programm gab es also genug. Was aber wohl das Wichtigste ist: Das Miteinander. „Es war immer eine tolle Stimmung hier. Das ist echt die GFPS-Atmosphäre“, sagte ein polnischer Teilnehmer. Und die kommt nicht nur von den geistigen Getränken, die gerne genossen wurden.

Lena Blank, die eine Performance über ihre Suche nach einer Identität zwischen zwei Ländern dargeboten hat, ist der Beweis, dass das Motto des Vereins, „GFPS verbindet“, keine hohle Phrase ist: Seit 20 Jahren betreut sie GFPS-StipendiatInnen in Hamburg. 

Die nächste Möglichkeit, die geballte Ladung Multikultur und gute Laune zu erleben, ist vom 22. bis zum 25. Oktober in Zittau an der Grenze zu Polen und Tschechien. Die Anmeldung ist noch bis zum 16. Oktober auf GFPS.org möglich.

:Marek Firlej (:bsz-Redakteur und Mitglieder des GFPS e.V.) 

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