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Die unter der Oberfläche brodelnde Dynamik der Theatermacher_innen untereinander war deutlich zu spüren. Wenn Dominik Hertrich und seine Kolleg_innen Energien dieser Art auch in den Arbeitsprozess einbinden. Könnte  dies ein Vorgeschmack auf eine ähnlich energiegeladene Premiere sein. Theater Phalanx spielte in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg die Stücke „He-Man“, das „A-Team“ und „James Bond“. Dafür erhielten sie regen Zuspruch von Seiten des Publikums. Als die Planung für das nächste Stück begann, herrschte plötzlich ein Überschuss an Ideen.
Letztendlich, nachdem Vorschläge wie Ghost Busters oder Baywatch aufgrund eines Überhangs an männlichen Hauptrollen und wegen frauenfeindlicher Tendenzen verworfen wurden, entschieden sich die Künstler_innen schließlich für das Thema Video- und Computerspiele. In der Tat dominierten Männer bei den vergangenen Aufführungen das Bühnengeschehen, weswegen nun eine Frau in der Hauptrolle zu sehen sein wird. Elena Resch spielt die Heldin des Stückes und „in den nächsten zwei bis sechs Wochen werden wir uns workshopartig treffen, um an dem Stück zu arbeiten“, so Dominik Hertrich. Da noch viel dramaturgischer Text zu schreiben ist und das Konzept erst seit kurzem steht, muss sich die Gruppe ranhalten, um den straffen Zeitplan bis zur Premiere einhalten zu können. Auch das Schreibteam ist noch eine frauenquotenfreie Männerdomäne: sechs Männer schreiben die Wochenenden bei Whisky, Bier und Pizza durch, um das Planungspensum zu stemmen. „Eine Schreibgruppe von ausschließlich Männern ist natürlich ein Experiment. Sonst schreiben immer ein bis zwei Personen an einem Theaterstück“, erzählt Hertrich. Dennoch sind es noch gut drei Monate bis zur Premiere. „Ich habe Vertrauen in das Team und glaube, dass wir das hinkriegen werden“, so Hertrich. Auch die knapp bemessene Zeit für die angesetzten Proben sei kein Problem, sagt Hertrich.
Insgesamt besteht das Theater Phalanx aus 30 freien Künstler_innen, die sonst in den Bereichen Musik, Gesang, Text und Technik beheimatet sind. Der engere Kern, der schon seit Gruppengründung dabei ist, beläuft sich auf zehn bis zwölf Personen. Dem Stück fehlt sogar noch der Titel. Zu sagen bleibt einzig, dass es eine Reise durch verschiedene Video- und Computerspiele sein soll, die ausnahmsweise mit lebensechter Grafik in 3-D inszeniert wird. So viel sei schon verraten: Der absolute Videospielklassiker Super Mario (Jan Nastke) wird dabei sein.

Programmhäppchen

Insgesamt zeigt die Studiobühne sieben Premieren. Am 29. und 30. Oktober wird das Stück „Die zwölf Geschworenen“ von der Theatergruppe FE-Tisch auf die Studiobühne gebracht. Eine Mitwirkende erzählt: „Wir haben das Stück ausgewählt, weil so zwölf gleichwertige Rollen möglich sind.“ Hier muss sich also niemand um die Hauptrolle streiten. Normalerweise spielt das Stück in einem Gericht, wurde aber von den Studierenden in eine Bar verlegt. Vordergründig sind die subjektiven Beweggründe der zwölf Geschworenen, die ein Urteil über einen Jungen fällen müssen, der seinen Vater getötet haben soll. Als ein Geschworener für unschuldig stimmt, sind die belastenden Beweise gar nicht mehr so eindeutig. Im neuen Jahr startet am 7. und 8. Januar die Premiere des Tanztheaters ConcEpt2.1 und ihrem Stück „GRÜN (Arbeitstitel)“. Der Titel ist gewollt, da es Teil der Idee ist, dass das Ende bei jeder Vorstellung anders aussehen soll. Ein vordefiniertes Ende gibt es hierbei also nicht. In ihrer Tanzperformance vereinen sich Tanz, Bewegung, Gesang, Sprache und Schrift. Ziel ist es, die Konzentration, die während des Stücks erzeugt wird, auf das Publikum zu übertragen. Die Gruppe the EDNAs zeigt unter der Regie von Niklas Füllner Shakespeares „Der Sturm“ in englischer Sprache.
Neben den sieben Premieren gibt es auch vier Wiederaufnahmen. Mit dabei sind: „Astoria“, „Beyond the Dark“ und „La Chunga“.

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