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Durch den sinkenden Ölpreis sowie die internationale Militärintervention am Horn von Afrika krisengeplagt und aufgerüttelt, hatten sie sich gen Norden aufgemacht, um nach den Sternen zu greifen. Und bald schon fiel eine Schiffsladung Opel Astra nach der anderen in ihre Hände. Dann aber mussten sie zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass ihnen niemand, wirklich niemand das Zeug abnehmen wollte – „Mittelklasse-CO2-Schleudern, die die Welt nicht braucht“, analysierten ihre Mittelsmänner. Doch dann kam die Rettung: die internationale Abwrackprämie – auch für Neuwagen!

Was sich bereits im deutschen Krisensumpf bewährt hatte, sollte nun weltweit als monetärer Anreiz dienen, die Absatzkrise zu besiegen. Und um gleichzeitig die Piraten im militärisch schwer kontrollierbaren Nordatlantik zu befrieden, wurde eine Sonderklausel eingebaut: Die „Operation Astra“ konnte beginnen… Als im fernen Deutschland der Straßenkarneval seinem Höhepunkt zustrebte, stellte sich auch um den Atlantikfelsen herum ein munteres Treiben ein. Tag und Nacht verließen nun unbemannte Transportschiffe die Häfen von Reykjavík und Akureyri, um planmäßig von den Piratenbooten abgefangen zu werden, die in den internationalen Gewässern um Island herum dümpelten. Und sobald sich die menschenleeren Astra-Schiffe über die virtuelle Demarkationslinie schoben, bohrten die Freibeuter riesige Löcher in den Rumpf. Ein Schiff nach dem anderen sank, und bald hatten sie unter stiller Duldung der internationalen Gemeinschaft eine ganze Astra-Flotte versenkt. „Somalische Piraten wracken im Akkord vor Island ab“, titelte eine große deutsche Boulevardzeitung, Iceland WRECKs!TM war in den britschen Printmedien zu lesen. Die akkumulierten Abwrackprämien schießen inzwischen in Millionenhöhe, und im Stile guter Geschäftspartner teilen sich GM-Opel und die Freibeuter die Beute brüderlich.

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