Weil Lyrik wie keine andere Gattung von Klang und Rhythmus lebt, liegen alle Gedichte nicht nur in Schriftform, sondern auch als Audiodateien vor. Alles was nötig ist, um sich ein Gedicht vorlesen zu lassen, ist der auf fast jedem PC vorhandene Realplayer – man kann sogar persische, gälische oder hebräische Gedichte hören und dazu die deutsche Übersetzung lesen. Es gibt Audiodateien in 49 Sprachen, nicht wenige wurden von den AutorInnen selber eingelesen. Bei bereits veröffentlichten Gedichten findet man die ISBN unter dem Text, so dass die Printversion gekauft oder bestellt werden kann.

Ausgezeichnete Unterhaltung

Im Jahr 2005 wurde das Projekt der Literaturwerkstatt mit dem Grimme Online-Award in der Sparte Kultur und Unterhaltung ausgezeichnet. „Die sehr klare Informationsarchitektur und die angenehm reduzierte Gestaltung sorgen für eine optimale Präsentation der AutorInnen und eine Fokussierung auf die Form und Sprache der Texte“, lobte die Jury.

Träger dieser ausgezeichneten Internetseite sind unter anderem die Literaturwerkstatt Berlin, das Goethe-Institut, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin und der HörVerlag. Unterstützende und PartnerInnen finden sich auf der ganzen Welt, denn nur so kann die Redaktion wissen, welche Gedichte in jedem Land aktuell sind.

Die Redaktion, die neue AutorInnen auswählt und ausländische Arbeiten übersetzen lässt, arbeitet in der Literaturwerkstatt Berlin. Schwerpunkt der Arbeit ist die Entdeckung und Förderung des schriftstellerischen Nachwuchses und die Verbreitung von Poesie. Sowohl die Verbreitung deutscher Poesie im Ausland als auch das Öffnen einer Tür für ausländische Gedichte in Deutschland soll für Menschen auf der ganzen Welt Lyrik wieder schmackhaft machen, so Heiko Strunk. Aus diesem Antrieb heraus gründete die Literaturwerkstatt Berlin 1999 die Lyrikline.

Konkurrenz fürs Buch?

„Natürlich will lyrikline.org gedruckten Gedichten nicht den Platz streitig machen, sie ersetzen oder Printausgaben abschaffen, denn die physische Präsenz des Buches und die Beziehungen, die man zu ihm aufbauen kann, ist von einer ganz eigenen, unerreichten Qualität“, ist Strunk überzeugt. Das Bestreben der Online-Plattform sei es, das neue Medium Internet zu nutzen, „um die Poesie wieder in unseren Alltag zu integrieren. Denn die Lyrik hat in fast allen Ländern heutzutage einen schweren Stand. Bis ein/eine bekannte/r DichterIn aus einer anderen Sprache in Deutschland eine Chance bekommt, vergehen oft Generationen! Und auch deutsche Dichtung hat es in Deutschland sehr schwer. Das macht lyrikline.org so wichtig. Wir stellen eine Plattform für Begegnungen mit Gedichten!“

eRe

Mehr auf www.lyrikline.org

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