Enquete-Kommission
Studierende der RUB inspizieren die Scientology-Kirche in Düsseldorf
:bsz in Gefahr: Reporter Marek Firlej wagt sich an ein Elektropsychometer. - Foto: mar

Die Studentin sitzt im „Auditing-Raum“, ihre Hände umklammern zwei metallene Zylinder, die mit dem merkwürdigen Gerät auf dem Tisch verbunden sind. „Denken Sie an Ihren letzten Prüfungsstress“, sagt die Instruktorin. „Sehen Sie, wie es ausschlägt?“, fragt sie und deutet auf die Skala des Gerätes. „Das E-Meter registriert die negativen Veränderungen Ihres geistigen Zustandes.“ Die Enquete-Kommission des deutschen Bundestages bezeichnete das Gerät als „wissenschaftlich wertlos“. Auch bei den anderen anwesenden Studierenden herrschen Zweifel: „Ich hab doch erst überlegt, wann meine letzte Prüfung war“, sagt die Studentin. Doch die Instruktorin, Claudia Uhl, ist überzeugt, dass das Scientology-Gerät funktioniert.

Edelgard Bulmahn berichtete an der Ruhr-Uni aus der Enquete-Kommission
Wie misst man zukünftig Wohlstand? PoBi-Referentin Lena Borsch begrüßt Edelgard Bulmahn an der RUB. - Foto: AStA RUB

Es sind besondere und große Themen, die den Bundestag bisweilen dazu bewegen, eine Enquete-Kommission einzuberufen. „Enquete“ ist aus dem Französischen übernommen und bedeutet soviel wie „Untersuchung“. Die Aufgabe von Enquete-Kommissionen ist es, grundlegende Fragen der Gesellschaft zu untersuchen und eine Bestandsaufnahme über einen Themenkomplex zu leisten. Auf deren Grundlage sollen dann die Abgeordneten in die Lage versetzt werden, zu neuen Themen, die gesellschaftsweite Relevanz besitzen, konkrete Gesetzentwürfe zu beraten. In diese Kommissionen entsenden alle im Bundestag vertretenen Parteien Abgeordnete und berufen zusätzlich Sachverständige aus der Wissenschaft.