Schreibnacht an der RUB
Schreiben statt schlafen
Bild: Symbolbild
Kaffee, Stift und Zettel: Mehr braucht es neben einiger Motivation nicht. Diese bekommt ihr beim Schreibzentrum gratis dazu! Bild: Symbolbild
Kaffee, Stift und Zettel: Mehr braucht es neben einiger Motivation nicht. Diese bekommt ihr beim Schreibzentrum gratis dazu!

Dass Studierende ihre Hausarbeiten nicht selten des Nachts schreiben, sei kein Geheimnis, so André Deutscher, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Schreibzentrums an der Ruhr-Uni. Da liege es nahe, die nachtaktiven NachwuchsakademikerInnen aus der Einsamkeit des heimischen Schreibtisches zu befreien und gemeinsam zu arbeiten. Aus dieser Idee entwickelte sich vor nun acht Jahren die Idee zur „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, so der offizielle Name der Schreibnächte, wie sie seit einigen Jahren auch an der RUB angeboten werden. Dabei sei die Schreibnacht jedoch nicht nur eine weitere durchgearbeitete Nacht, denn „wenn das ganze Umfeld schreibt, steigert das auch die eigene Motivation, endlich loszulegen, weiterzumachen und etwas zu beenden. Hinzu kommt auch der Eventcharakter einer solchen Nacht“, erklärt Deutscher. Um weder Langeweile, noch Schreibblockaden oder gar verkrampfte Finger aufkommen zu lassen, sorgt das Schreibzentrum für ein ausgedehntes Rahmenprogramm. Von intensiver Schreibberatung über inspirierende Nachtspaziergänge bis hin zum Fingeryoga findet sich für jedeN intensiveN AufschieberIn etwas Passendes. „Dazu kommt natürlich auch die Nervennahrung wie Kuchen, Kaffee etc.“, lässt Deutscher wissen.

Ein fester Termin 

Die Schreibnacht ist nicht nur an der Ruhr-Uni ein Thema und ein immer wiederkehrender Termin, neben anderen deutschen Universitäten beteiligen sich international zahlreiche Hochschulen an der Nacht. Selbst Studierende der New York University Abu Dhabi haben die Möglichkeit, am ersten Donnerstag im März, dem Termin der Schreibnacht, die Stille ihrer Alma Mater nur unterbrochen durch das Klappern von Laptoptastaturen und dem Kratzen von Stiften auf Papier zu genießen und ihre Prokrastination zu bekämpfen. 

An der Ruhr-Universität werde das Angebot gut angenommen, berichtet Deutscher. Zwischen 40 und 180 Studierende seien es in den vergangenen vier Jahren gewesen, die bis 4:44 Uhr am nächsten Morgen – dann fährt die erste U35 in Richtung Innenstadt – in die Tasten gehauen haben. „Einige müssen wir sogar an die Zeit erinnern, dass wir ‚nur‘ bis 4:44 Uhr geöffnet haben“, berichtet Deutscher.

Breites Angebot 

Auf die Frage, ob es auch „WiederholungstäterInnen“ gebe, antwortet der wissenschaftliche Mitarbeiter: „Absolut! Ich kann es in Zahlen nicht genau sagen, aber es gibt definitiv Studierende und Gruppen, die wir schon seit Jahren bei den Schreibnächten und –wochen sehen.“ Das Schreibzentrum habe auf diese Weise bereits einige Studierende bis zum Abschluss begleitet und eine Vielzahl an Studierenden habe den Termin bereits im Kalender vorgemerkt, sodass es nicht selten zu Anmeldungen komme, obwohl das Zentrum noch gar nicht zur Schreibnacht geladen habe. 

Abseits der Schreibnacht können Studierende auch zahlreiche andere Dienstleistungen des Schreibzentrums in Anspruch nehmen, neben der Nacht des langen Schreibens und der normalerweise stattfindenden Schreibwoche, die in diesem Jahr ausfallen muss, bietet man auch zahlreiche Workshops und Schreibberatung.

Was man machen sollte, wenn man mit wiederkerender Prokrastination zu kämpfen habe? André Deutscher muss nicht lange nach einer Antwort suchen: „Kommt ins Schreibzentrum!“        

:Justinian L. Mantoan