Europäischer Drogenbericht 2017 vorgestellt
Drogenbericht 2017: Konsum und Folgen
Grafik: gin
Geschätzter Prozentualer Drogenkonsum: Bei jungen Erwachsenen in einem Alter von 18-34 Jahren in Deutschland im Vergleich zu anderen EU Ländern. Grafik: gin
Geschätzter Prozentualer Drogenkonsum: Bei jungen Erwachsenen in einem Alter von 18-34 Jahren in Deutschland im Vergleich zu anderen EU Ländern.

Bilanz. Das European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA) hat diesen Monat seinen Drogenbericht für Deutschland und andere europäische Ländern veröffentlicht. 

Der Country Drug Report 2017 präsentiert einen Überblick über das Drogenphänomen in Deutschland. Ein Großteil der statistischen Daten hierfür kommen hauptsächlich von Institutionen wie dem Institut für Therapieforschung (IFT) oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und beziehen sich auf das Jahr 2015. Behandelt werden, neben Drogenangebot und Konsum, Probleme des Gesundheitswesens sowie die Drogenpolitik. 
 

Drogenkonsum

In Deutschland gibt mehr als ein Viertel der Erwachsenen Bevölkerung an, bereits einmal in ihrem Leben illegale Drogen genommen zu haben. Jede zehnte Person gibt an, in den letzten zwölf Monaten konsumiert zu haben; von den Befragten circa die Hälfte in den letzten 30 Tagen. Der Bericht indiziert, dass Cannabis bei Weitem die am häufigsten gebrauchte illegale Droge unter Erwachsenen sowie Jugendlichen bleibt. Im Allgemeinen ist der illegale Drogenkonsum unter Männern üblicher als unter Frauen und er bleibt höher bei jungen Erwachsenen, insbesondere bei 18- bis 25-Jährigen. 2015 waren Amphetamine zum ersten Mal die populärste Droge unter Erwachsenen, gefolgt von Kokain und MDMA. Um die 2,8 Prozent der deutschen Erwachsenen gaben an Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) probiert zu haben, während es 2,2 Prozent bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahre waren.
 

Vorfälle und Tote

2014 konnten circa 20.000 Krankenhausaufenthalte mit illegalen Drogen in Verbindung gebracht werden, wohingegen um die 3.800 drogenbezogenen Vorfälle durch Giftinformationszentren verzeichnet wurden. Grund für die Hospitalisierung der meisten PatientInnen war eine Mischung verschiedener psychoaktiver Substanzen. Die meisten Anfragen an die Giftinformationszentren waren im Zusammenhang mit Aufputschmitteln. 
Das Bundeskriminalamt (BKA) verzeichnete 2015 zum dritten Mal in Folge einen Anstieg von durch Drogen hervorgerufene Tode, durch Vergiftung oder Überdosis. Der häufigste Grund sind Opioide, gefolgt von Kokain oder Crack und Amphetaminen. Die durch Drogen verschuldete Todesrate lag 2015 bei 22,2 Millionen pro EinwohnerInnen in Deutschland, im Vergleich dazu lag der Europäische Durchschnitt bei 20,3 Millionen.
:Gianluca Cultraro