Schwere Vorwürfe gegen SPD-Ratsmitglied Gerhard Lichtenberger
Bereichert sich Bochumer Politiker an Heimkindern?
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Das ARD-Magazin „Monitor“ behauptet Ungeheuerliches gegen den Bochumer Ratsherrn Gerhard Lichtenberger (SPD): Mit seiner Firma Life Jugendhilfe GmbH verdiene er Geld, indem er Heimkinder auf runtergekommene ungarische Bauernhöfe abschiebe. Schulunterricht bekämen die Kinder dort über eine Internet-Schule, die auch noch  Lichtenbergers Tochter gehöre. Das Jugendamt Dorsten sowie der Politiker und Unternehmer selbst weisen die Vorwürfe von sich.
 
Bei dem in der ARD-Sendung vom 30. April dargestellten Fall handelt es sich um den eines Elfjährigen aus Dorsten. Das dortige Jugendamt beauftragte die Firma Life Jugendhilfe GmbH, die dem Bochumer SPD-Politiker Gerhard Lichtenberger gehört, die Betreuung für das Heimkind zu organisieren – und zahlte rund 7.000 Euro dafür. Die Firma schickte den Gymnasiasten auf einen Bauernhof nach Ungarn zu einem Mann ohne Deutschkenntnisse und pädagogische Ausbildung, wo er zwei Mal die Woche internetgestützten Unterricht bekomme – angeblich, weil hierzulande keine geeigneten pädagogischen Maßnahmen zu finden waren. Das Jugendamt Bochum kooperiert ebenfalls mit der Firma.
Gerhard Lichtenberger und das Jugendamt Dorsten weisen die Vorwürfe zurück. Zum einen sei alles rechtens abgelaufen und die pädagogische Betreuung in Ungarn genüge den Vorschriften. Zum anderen sei die Darstellung im „Monitor“ teilweise falsch gewesen.

„Rücktritt einzig mögliche Konsequenz“

Nach Aussagen der Stadtgestalter im Rat der Stadt unterstützen sie selbst, FDP, UWG, die Grünen und die Piraten im Rat eine gemeinsame Anfrage. Der Fall soll umgehend aufgeklärt werden. „Sollten sich die Vorwürfe auch nur annähernd bestätigen, wäre ein Rücktritt die einzig mögliche Konsequenz“, fordern die Stadtgestalter.
 
:Marek Firlej
 
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