Wirtschaftskrise
Irische Socialist Party wehrt sich im EU-Wahlkampf gegen Austerität und Sozialabbau
Kampagne gegen Wassersteuer und Sozialabbau: Paul Murphy (3. v. links) und Joe Higgins (4. v. links). Foto: Paul Murphy

Unaufhörlich prasselt Regen auf Regenschirme nieder, welche die Menschen auf dem Weg zur Arbeit dem starken Wind entgegenhalten. Abrupt enden diese irischen Schauer, kurz scheint die Sonne durch, bevor es erneut losregnet. Genauso unvorhersehbar wie das Wetter in Dublin scheinen diesmal auch die Europawahlen in Irland zu sein. Wer über die Straßen der Hauptstadt läuft, kann gar nicht übersehen, dass am 25. Mai die Wahlen für das Europäische Parlament anstehen: An Laternen, Masten oder Ampeln hängen Plakate, auf denen die Parteien um den Einzug ins Parlament werben.

Scheitert der Euro, dann scheitert das deutsche Lohndumping
Die oberste Linie zeigt die Entwicklung in Europa. Die mittlere Linie zeigt das „gemeinsame“ Inflationsziel. Die untere Linie zeigt die deutliche Abweichung in Deutschland. Grafik: Heiner Flassbeck

Prof. Dr. Heiner Flassbeck ist einer der international bedeutendsten deutschen Wirtschaftswissenschaftler. Von 2003 bis 2012 war er Chef-Volkswirt der UNO-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Seine wissenschaftlichen Publikationen und Vorträge drehen sich stets um denselben Kern: Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, auch Keynesianismus genannt. Diese nach dem britischen Ökonomen John Maynard Keynes benannte Wirtschaftstheorie kann als Antwort auf die schwere globale Wirtschaftskrise Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts verstanden werden.

Handelt jetzt! Das globale Manifest zur Rettung der Wirtschaft
:bsz-Redakteur Kolja Schmidt: „Diese Lektüre lohnt sich!“ Foto: koi / ks

Fünf internationale WirtschaftswissenschaftlerInnen haben ein „globales Manifest zur Rettung der Wirtschaft“ geschrieben. Aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren die WissenschaftlerInnen aus Japan, den USA, Indien und Deutschland die derzeitige globale Wirtschafts- und Finanzkrise, indem sie verschiedene Aspekte und Lösungsansätze herausarbeiten. Das im April diesen Jahres erschienene Buch umfasst fünf Einzelbeiträge der ÖkonomInnen und ein gemeinsam verfasstes „Manifest“ mit wirtschaftspolitischen Handlungsaufforderungen an die Politik. Der deutsche Ökonom Dr. Heiner Flassbeck von der Universität Hamburg ist einer von ihnen.