Weltkulturerbe
Satire: Denkmalstatus soll erst der Anfang sein: Ziel ist Aufstieg in Weltwunder-Liga
Das Mussoleum ist nur einer der Weltwunder-würdigen Orte an der denkmalgeschützten RUB. Foto: mb

Noch schmunzeln wir hinter vorgehaltener Hand, wenn wir die Worte RUB und Denkmal in ein und demselben Satz lesen. Dabei soll dies erst der Anfang sein beim Aufstieg des Betonbau-Ensembles in die Kulturstätten-Elite. Die Geheimpläne liegen der :bsz exklusiv vor.

Zollverein-Werksschlosser hält Kohlentraum lebendig
Einer der letzten Kumpel auf Zollverein: Für Peter Thiemann ist der Abbauhammer nur noch ein Vorzeige-Requisit. Foto: USch

Feuer und Flamme für das schwarze Gold ist Peter Thiemann noch heute. Wenn der 54-jährige ehemalige Schlosser auf der Essener Zeche Zollverein nunmehr über zwanzig Jahre nach der Werksschließung vor den mit Kokskohle beladenen Waggons in der Kohlenwäsche steht, geht ihm das Herz auf: „Wir hätten noch für gut 400 Jahre Energie“, sagt Thiemann bei einer Werksführung Ende Juli nicht ohne Stolz. Noch immer ist er voller Unverständnis über die Schließung der einst „größten und modernsten Schachtanlage der Welt“ 1986 sowie der Kokerei Zollverein 1993, die zeitweise als führend in Europa galt. 1975 hatte der Werksschlosser auf Zollverein seine Lehre begonnen und leitet heute geführte Touren auf dem Zechengelände, das vor 13 Jahren zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Ein Traumberuf?

Diës und das

In Deutschland gehören viele Kultur- und Naturgüter, darunter 38 Welterbestätten und 17 Beiträge zum Weltdokumentenerbe, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nur in drei anderen Staaten wurden mehr Stätten in die Welterbeliste der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur aufgenommen.