Strukturwandel
Zollverein-Werksschlosser hält Kohlentraum lebendig
Einer der letzten Kumpel auf Zollverein: Für Peter Thiemann ist der Abbauhammer nur noch ein Vorzeige-Requisit. Foto: USch

Feuer und Flamme für das schwarze Gold ist Peter Thiemann noch heute. Wenn der 54-jährige ehemalige Schlosser auf der Essener Zeche Zollverein nunmehr über zwanzig Jahre nach der Werksschließung vor den mit Kokskohle beladenen Waggons in der Kohlenwäsche steht, geht ihm das Herz auf: „Wir hätten noch für gut 400 Jahre Energie“, sagt Thiemann bei einer Werksführung Ende Juli nicht ohne Stolz. Noch immer ist er voller Unverständnis über die Schließung der einst „größten und modernsten Schachtanlage der Welt“ 1986 sowie der Kokerei Zollverein 1993, die zeitweise als führend in Europa galt. 1975 hatte der Werksschlosser auf Zollverein seine Lehre begonnen und leitet heute geführte Touren auf dem Zechengelände, das vor 13 Jahren zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Ein Traumberuf?

Ein Portrait: Detroits Absturz und der Versuch wieder aufzustehen
Aufstieg und Fall einer Weltstadt: Die 60er-Jahre sind der Anfang vom Ende Detroits. Grafik: ck

Im Dezember des vergangenen Jahres legte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young eine Studie vor, aus der hervorgeht, dass fast jede dritte deutsche Großstadt stark verschuldet ist. Wenig überraschend, denn die desaströse Finanzsituation vieler deutscher Kommunen ist ein offenes Geheimnis. Trotzdem drehen sich die Räder irgendwie weiter. Was jedoch passiert, wenn die Kassen komplett leer und die Schulden unbezahlbar hoch sind, musste die amerikanische Metropole Detroit im vergangenen Jahr am eigenen Leib erfahren. Im Sommer 2013 erklärte die Stadt, die einst das Zugpferd der amerikanischen Automobilindustrie war, dass sie zahlungsunfähig ist. Ein Rückblick, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte –  und wie Detroit nun den Neustart wagt.

Wir sind nicht Detroit, wir bleiben Bochum: Ausstellungseröffnung vorm Theater
Marshmallows und die Kunst. Wärmenedes Feuer während der Ausstellung. Foto: mar

Am vergangenen Freitag wurde auf dem Hans-Schalla-Platz vor dem Bochumer Schauspielhaus die Ausstellung „Abbruch Aufbruch“ eröffnet. Ein Container beherbergt 20 Bilder von Fotograf Martin Steffen, der zusammen mit den brennenden Ölfässern rundherum die desolate Lage der Stadt Detroit romantisiert und damit sagt: „Bochum ist nicht Detroit“.

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