Streik
:bsz-Kommentar zur Streik-Debatte: Ungenießbar – zuviel Moral verdirbt das Thema!
Neulich auf der Pressekonferenz: Wen interessiert schon der Streik? Karikatur: ck

Aktuell wird in der großen Koalition das Thema diskutiert, wie man die Tarifeinheit neu regeln kann. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat sich viel vorgenommen, denn eine Neuregelung der Tarifeinheit ist ein kompliziertes Unterfangen – schließlich ist die Koalitionsfreiheit durch das Grundgesetz geschützt. Anlass dieser Debatte, die auch die Medienlandschaft spaltet, ist der Pilotenstreik aus der vergangenen Woche.

Zehntausende Beschäftige legten Bochum und andere Ruhrgebietsstädte lahm
Nach Jahren des Reallohnverlustes ging‘s auf die Straße. Foto: bent

Der Gewerkschaftsaktivist Theo Pirker bezeichnete die Gewerkschaften einmal als „blinde Macht“. Blind, weil die Gewerkschaftsführungen zu sehr korrumpiert seien, um auf die Bedürfnisse der Basis einzugehen, stattdessen aber auf intransparente Bürokratie setzen. Mächtig sind sie jedoch auch, weil sie einfach eine organisierte Masse darstellen, die zwar ob der organisatorischen Strukturen träge erscheinen, die man aber trotzdem nicht wecken sollte und mit der man sich erst recht nicht anlegen. Da verhält es sich wie mit dem Harlekin, der an einem Bienennest rütteln will. Die Rolle des Ersteren nahm in diesem Falle niemand Geringeres als Bundesinnenminister Thomas de Maizière ein, als er die Verdi-Forderungen als „maßlos überzogen“ abstempelte.

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