Streik
Tarifverhandlungen Runde Zwei
Magische 6: Die Gewerkschaften fordern Entgelterhöhungen um 6 Prozent und die Einführung der Erfahrungsstufe 6. Foto: Facebook GEW Nordrhein-Westfalen

Gewerkschaften: Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L 2017) endet ergebnislos. Die Gewerkschaften riefen daher bundesweit zu Warnstreiks auf.

Reallohnverlust abwenden: ver.di streikt, der öffentliche Dienst in NRW steht still
Der öffentliche Dienst tritt in Aktion und streikt am 26. April: Bereits am 8 April hatte es eine Demo vor dem Rathaus gegeben. Foto: mar

Für NRW hat die Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik ausgerufen. Am 26. und 27. April kommt infolgedessen in 110 Kommunen weitflächig der öffentliche Dienst zum Erliegen. Betroffen sind nicht nur der Nahverkehr, sondern zum Beispiel auch Krankenhäuser, Flughäfen und Kitas. Ziel ist es, vor der dritten Tarifverhandlungsrunde den Druck auf die ArbeitgeberInnen zu erhöhen, um den Lohn und die betriebsbedingte Altersvorsorge der 2,14 Millionen Beschäftigten des Bundes und der Kommunen zu verteidigen. Ver.di erwartet mehrere zehntausend Streikende.

 
Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes setzen Arbeitskampf unbefristet fort
Der Arbeitskampf geht unbefristet weiter: Auch in den letzten Wochen beteiligten sich bundesweit tausende Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst an den Streik-Demos. Foto: bent

Über 97 Prozent der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst stimmten bei der Streik-Delegierten-Konferenz am 20. Mai dafür, den Arbeitskampf unbefristet fortzusetzen. GewerkschaftsvertreterInnen  von Ver.di kritisieren, dass die ArbeitgeberInnen versuchen, den Streik in den Kitas auf den Rücken der Eltern auszutragen und diese gegen die Beschäftigten auszuspielen.

„Hauptsache, mir geht’s gut“-Mentalität: Streiks stießen auf Unverständnis
Böser Beelzebub oder strahlender Ritter: Für die einen ist GdL-Chef Claus Weselsky eine Lichtgestalt — für die anderen ein machtgieriger Geier.					              				      Illustration: mar

„Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland“. So nannte Verkehrsminister Dobrindt (CSU) den Bahnstreik. Als übertrieben, nervig und lästig empfanden ihn viele Menschen und dachten dabei vor allem an sich selbst, ihren Komfort und ihre tägliche Routine. Dass es bei dem Streik um mehr als nur höhere Löhne, sondern um Grundrechte ging, erklärt Benjamin Trilling im Blick:Winkel. Ähnlich paradox – die für ihre Rechte Kämpfenden werden als Buhmänner wahrgenommen – ging es auch bei den Streiks in Sozial- und Erziehungsberufen zu.

Unbefristeter Streik im Sozial- und Erziehungsdienst gestartet
Auf die Straße wird es nun öfters gehen: Beschäftige im Sozial- und Erziehungsdienst.			 Foto: bent
Klare Ansage der Beschäftigten: 93,44 Prozent der ver.di-Mitglieder sprachen sich bei der Urabstimmung für einen unbefristeten Streik im Sozial- und Erziehungsdienst aus. Bei der GEW stimmten sogar 96,37 Prozent für eine Arbeitsniederlegung, mit der unter anderem ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen oder PädagogInnen für eine Aufwertung sozialer Berufe kämpfen wollen. Die :bsz sprach mit zwei Beschäftigten einer Dortmunder Kindertagesstätte.
 
Kommentar: 10.000 angestellte LehrerInnen streiken für mehr Lohn
Auch in Bochum setzten sich angestellte LehrerInnen für eine gerechtere Bezahlung ein. Foto: Stefan Nölle

In der vergangenen Woche hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen und auch in Bochum legten angestellte LehrerInnen ihre Arbeit nieder. Sie fordern eine Besserstellung gegenüber den verbeamteten KollegInnen. Konkret sind das 5,5 Prozent mehr Gehalt.

Dreitägiger Streik bei Amazon: Keine Tarifverhandlungen in Sicht
Stillstand überall. Seit drei Tagen werden die Amazon-Logistikzentren, wie hier in Leipzig, bestreikt. Foto: Medien-gbr, Wikimedia Commons (CC BY-SA-3.0)

Die Gewerkschaft Ver.di ruft eine Woche vor Weihnachten zu einem dreitägigen Streik beim Online-Versandhändler Amazon auf. Während der Versandhändler KundInnen eine pünktliche Lieferung verspricht, kritisieren Beschäftigte die Arbeitsbedingungen beim Unternehmen und fordern einen neuen Tarifvertrag.

Kommentar – GDL macht ernst:
Kamikaze: Mit Volldampf in den Abgrund? Karikatur: ck

Am vergangenen Mittwoch tat sich recht wenig auf den deutschen Gleisen, denn die LokführerInnen und ihre Spartengewerkschaft GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) hatten zum bundesweiten Streik aufgerufen. Viele BahnkundInnen reagierten auf den nächtlichen Streik, der am Dienstag um 21 Uhr begann und am Mittwochmorgen um 6 Uhr endete, mit Unverständnis und Wut. Denn trotz des frühmorgendlichen Streikendes kam der Bahnverkehr am Mittwoch nur schleppend in Gang.

Studierende der EFH boykottierten geschlossen ihre Mensa wegen teuren Essens
Welche Wirkung könnte ein Streik an der RUB-Mensa haben? Foto: kac

Die Studierenden der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum (EFH) haben dem Akafö erfolgreich gezeigt, was sie von der Preiserhöhung in der Gastronomie halten – nämlich gar nichts! Der dortige AStA organisierte am 24. und 25 September einen Mensastreik, dem sich fast alle Studierenden angeschlossen hatten. Nun gibt es drei Gerichte zu unterschiedlichen Preisen – eins sogar günstiger als zuvor. Doch geht der Kampf weiter?

Offene Fragen: Auch nach dem Detroit-Projekt ist die Zukunft bei Opel und Bochum ungewiss
How Opel could be: Die :bsz auf der Suche nach dem Politischen in Bochums Kunstszene.

Als Kunst-und-Kultur-Mitmach-Festival wurde es verkauft. Zahlreiche internationale KünstlerInnen wurden für das Detroit-Projekt nach Bochum eingeflogen, um in Performances oder Lichtin­stallationen über die anstehende Werksschließung zu reflektieren.

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