Sprachlehrforschung
Rektorat billigt Einstellung des renommierten Sprachlehrforschung-Masters
Ist im Rektorat eine Schraube locker? Finanzielle Löcher können nur durch unverhältnismäßige Opfer gestopft werden. Foto: USch

Es ist kaum zu glauben – trotz zahlreicher internationaler Kooperationen, hoher wissenschaftlicher Reputation und beachtlicher ökonomischer Effizienz des Fachbereichs Sprachlehrforschung hält die Fakultät für Philologie an ihren Plänen zur Absetzung des Master-Studiengangs (siehe :bsz 936 und 951) fest: Auf der letzten Fakultätsratssitzung vom 17. April teilte der amtierende Dekan, Prof. Dr. Ralf Klabunde, lapidar mit, dass das Rektorat der Einstellung zugestimmt habe. Sollte diese Entscheidung tatsächlich umgesetzt werden, verlöre die bei kostspieligen Exzellenz-Bewerbungen wiederholt gescheiterte Ruhr-Universität einmal mehr an Renommee.

In der Fakultät für Philologie droht Selbstabwicklung auf Raten
Erhält beim Kampf für den Erhalt ihres Faches prominente Unterstützung: Professor Karin Kleppin, Leiterin des Seminars für Sprachlehrforschung. Foto: RUB

Es klingt wie ein verfrühter Aprilscherz: In seiner letzten Sitzung des Wintersemesters beschloss der Fakultätsrat der Fakultät für Philologie der Ruhr-Uni die Absetzung des bundesweit einmaligen Master-Studiengangs Sprachlehrforschung (SLF). Dieser Beschluss erfolgte trotz ausgezeichneter internationaler Reputation des Faches sowie einer für Geisteswissenschaften bemerkenswert hohen jährlichen Einwerbung von ‚Drittmitteln‘ zu Forschungszwecken. Grund für den Einstellungsbeschluss seien von der Hochschulleitung an die Fakultäten weitergegebene Sparzwänge, um das aktuelle Haushaltsdefizit (die :bsz berichtete) zu kompensieren – allein die Fakultät für Philologie soll 533.000 Euro einsparen. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass das Rektorat seine Zustimmung zur Einstellung der SLF verweigert. Zudem gilt es zu prüfen, ob der Beschluss überhaupt Bestand haben kann: Offensichtlich hat die Fakultät im Vorfeld des Einstellungsbeschlusses des an keinem anderen Hochschulstandort vorgehaltenen Bildungsangebots nicht einmal Rücksprache mit dem Wissenschaftsministerium NRW gehalten.