Sprache
:bsz-Nebenjob-Serie: „Alles außer kellnern“ – Teil III
„Es gibt keine Rose ohne Dornen“: Der Lehrbuchtitel verrät schon, dass es im Polnischen viele Ausnahmen von der Regel gibt. Foto: kac

Je weiter hinten man im Klassenzimmer sitzt, umso leichter sollte es eigentlich fallen, im Notfall ein wenig zu mogeln. Könnte man meinen, aber im 21. Jahrhundert werden auch diese einstigen Freiräume fürs Spicken nun kameraüberwacht. Vor allem dann, wenn LehrerInnen wie Katharina ihren SchülerInnen per Internet aus hunderten Kilometer Entfernung auf die Finger schauen. 

Rektorat billigt Einstellung des renommierten Sprachlehrforschung-Masters
Ist im Rektorat eine Schraube locker? Finanzielle Löcher können nur durch unverhältnismäßige Opfer gestopft werden. Foto: USch

Es ist kaum zu glauben – trotz zahlreicher internationaler Kooperationen, hoher wissenschaftlicher Reputation und beachtlicher ökonomischer Effizienz des Fachbereichs Sprachlehrforschung hält die Fakultät für Philologie an ihren Plänen zur Absetzung des Master-Studiengangs (siehe :bsz 936 und 951) fest: Auf der letzten Fakultätsratssitzung vom 17. April teilte der amtierende Dekan, Prof. Dr. Ralf Klabunde, lapidar mit, dass das Rektorat der Einstellung zugestimmt habe. Sollte diese Entscheidung tatsächlich umgesetzt werden, verlöre die bei kostspieligen Exzellenz-Bewerbungen wiederholt gescheiterte Ruhr-Universität einmal mehr an Renommee.

Aramäischer Sprachunterricht in Israel
Jish in Israel: In diesem Dorf befindet sich die einzige aramäische Schule im ganzen Land. Foto: Ariel Palmon, Wikimedia Commons (CC-BY 3.0)

Höchstens etwa eine halbe Million Menschen weltweit sprechen noch Aramäisch, also je nach Definition einen der zahlreichen Dialekte der aramäischen Sprache oder eine der aramäischen Sprachen. Das Aramäische zählt zu den ältesten noch gesprochenen Sprachen der Welt und war die Muttersprache von Jesus Christus. Die aramäische Sprache gehört wie die hebräische Sprache zum nordwestsemitischen Zweig der semitischen Sprachfamilie. Die SprecherInnen des Aramäischen sind überwiegend als Aramäer oder Assyrer bezeichnete ChristInnen und leben im Nahen Osten als Minderheiten in den Staaten Irak, Iran, Israel, Jordanien, Libanon, Syrien und der Türkei sowie zu einem großen Teil in der aramäischen Diaspora in Europa, Amerika und Australien. Das Aramäische ist eine bedrohte Sprache, bedingt durch die geographische Zerstreuung seiner wenigen SprecherInnen, die Zersplitterung in über ein Dutzend Dialekte und mehrere Alphabete sowie die schwierige Lage seiner zum allergrößten Teil nicht-muslimischen SprecherInnen in den meisten ihrer islamischen Heimatländer.

Zensur in Kinderbüchern – oder wie aus dem Negerkönig der Südseekönig wurde
Nicht nur diese Passage sorgt für Kontroversen: „Neger“ und andere Bezeichnungen müssen der politischen Korrektheit weichen. Bild: clu

Im Dezember sorgte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) für Diskussionen – nicht nur in Elternforen: Sie erklärte, ihrer Tochter beim Vorlesen heikle Begriffe synchron zu übersetzen, „um mein Kind davor zu bewahren, solche Ausdrücke zu übernehmen“. Doch das wird bald gar nicht mehr nötig sein: Immer mehr Verlage haben bereits in der Vergangenheit damit begonnen, umstrittene Begriffe wie „Negerkönig“ (Pippi Langstrumpf) oder „Zigeuner“ durch harmlose Bezeichnungen wie „Südseekönig“ zu ersetzen oder ganz zu streichen. Jetzt hat der Thienemann-Verlag bekanntgegeben, seine Kinderbuchklassiker wie Otfried Preußlers „Kleine Hexe“ zu überarbeiten, Begriffe wie „Negerlein“ und „Chinesenmädchen“ zu ersetzen. Zeitgemäße Korrektur oder einfach nur Zensur?