Sexismus
Manche Fragen lassen sich nur im gesellschaftlichen Kontext beantworten

Campusdebatte. Sexistische Werbung auf dem Campus ist aktuell Thema in der FSVK. Ein feministischer Vortrag vermittelte Grundlagenwissen zu dieser komplexen Problematik.

 

FSVK gründet Arbeitskreis gegen sexistische Werbung
Das Objekt der Aufregung: Das Plakat des Fachschaftsrats Chemie sorgt bei einigen Studierenden für hitzige Debatten über Sexismus in Werbung. Die FSVK gründete daraufhin einen Arbeitskreis, der solche Probleme zukünftig im Vorhinein bereinigen soll. Bild: juma

Campus. Die aus Reagenzgläsern in Frauenmünder tropfende Flüssigkeit auf den Plakaten der „Get Reacted“-Party weckte zum Teil ungewollte Assoziationen. 

Menschen sind bekanntlich verschieden – und keineR kann so ohne Weiteres wissen, was andere in bestimmte Bilder hineindeuten. Doch nach zahlreichen Beschwerden über immer wieder auftauchende zweideutige Plakate entschieden sich die FachschaftsvertreterInnen, einen Arbeitskreis gegen Sexismus in der Werbung zu gründen. Dabei ging es zwar auch, aber keineswegs nur um phallische Reagenzgläser. 
Trotz sehr unterschiedlicher Ausgangspositionen gelang es dort, einen gemeinsamen Werte-Konsens zu finden und Problematiken dieser Art in Zukunft zu vermeiden.

       :Die Redaktion

 
Der beschwerliche Weg zur Sensibilisierung
Sexy versus sexistisch: nicht auf nackte Haut, sondern auf den Kontext kommt es an. Bild: Pinkstinks

Campus. Bestimmte Frauendarstellungen auf Plakaten von Fachschaftspartys oder Diskotheken werden von StudentInnen als sexistisch kritisiert. Ein Arbeitskreis der FSVK hat sich daher möglichen Leitlinien für die Werbung an der RUB gewidmet.

RUB-Kampagne: „Erkenne die Grenze“

Studierende vor sich selbst zu schützen, war vielleicht eine der Motivationen der Ruhr-Uni und der Stadt Bochum, als sie die Kampagne „Erkenne die Grenze“ ins Leben rief. Aufklärung die andere. Mit überraschender Präsenz erfolgte beim RUB-Sommerfest das Kampagnen-Debüt. Doch die präventive und repressive Hilfe rief unterschiedliche Emotionen hervor.

Das Vorgehen am LiLi-Tisch wirft Fragen über die Campus-Kultur auf

Die unpolitische Doktrin der Uni, die politische Inhalte auf Campusfesten untersagt, ist für eine pluralistische Studierendenschaft nicht haltbar.

One Billion Rising: Am 14. Februar demonstrieren AktivistInnen gegen Sexismus und Rassismus
Gegen Gewalt, Sexismus und Rassismus: Beim Aktionstag One Billion Rising wird tanzend demonstriert.    Plakat: OBR Bochum

Seit 2013 macht der weltweite Aktionstag One Billion Rising (OBR) mit symbolischen Tanzdemonstrationen und anderen Aktionsformen auf Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam. Weltweit finden nun am 14. Februar tausende Veranstaltungen statt, allein in Deutschland sind hundert OBR-Events angekündigt, so auch in Bochum.

Kommentar: Der Kurswechsel des Playboy berührt sein Grundproblem nicht
Trendsetterin :bsz: Noch bevor es den „Playboy“ in Deutschland gab, druckten wir in den 60ern nackte Frauenkörper ab (wenn wohl auch mit etwas anderen Absichten) – und noch lange bevor Hugh Hefner sie aus seinem Heft verbannte, taten wir das Gleiche.  Fotos: :bsz-Archiv (1968 – ’69)

Statt leicht bekleideten und nackten Frauen werden im US-„Playboy“ zukünftig nur noch leicht bekleidete Frauen zu sehen sein. Die Marke Playboy wird dadurch kompatibler mit den prüden Regeln der ausufernden Facebook-Matrix. Und die Frauenbilder im legendären Männermagazin gleichen dann mehr den allgegenwärtigen „sexy“ Frauenbildern in der Werbung. Doch war die im Playboy zu sehende Nacktheit ohnehin stets nur ein arg begrenzter und eintönig inszenierter Ausschnitt aus der weiblichen Erotik.

Premiere der Bühnenadaption von „Hass“ an der Rottstr5
Armut und Unterdrückung aus weiblicher Sicht: Auf der Rottstr5-Bühne feierte das Stück „Hass“ Premiere. Foto: Michalak

Armut, Perspektivlosigkeit, Hass: Frei nach dem gleichnamigen Film feierte das Stück „Hass“  an der Rottstr5 Premiere.

Essay: In Stuttgart wurde gegen Homo-Ehe und Gleichstellung demonstriert
Akzeptiert nur die Ehe zwischen Mann und Frau: Die „Demo für alle“. Foto: Demo für alle (CC BY 2.0)

Die Gleichberechtigung von Homosexuellen setzt sich in Westeuropa und den USA immer weiter durch. Während der Großteil der Bevölkerung die gleichgeschlechtliche Ehe begrüßt oder zumindest akzeptiert, mobilisieren konservative und christlich-fundamentalistische Kräfte öffentlichkeitswirksam dagegen. So demonstrierten am 21. Juni in Stuttgart 4.600 Menschen gegen die Homo-Ehe. Doch weit über die Ehe-Definition hinausgehend, hat sich in jenem Milieu ein irrationales Feindbild verfestigt, das um den Begriff Gender kreist.

Wo böse Burschis auf ganz normale Studis treffen

Rechtsextreme Parolen, zeremonielle Sitzungen, sinnloses Fechten – unterlegt mit täglichem Bierkonsum. So das gängige Vorurteil gegenüber den heiß umstrittenen Burschenschaften. Tatsächlich finden sich solche Gemeinschaften gerade in traditionellen Universitätsstädten wie etwa Heidelberg. Doch Verbindung ist nicht gleich Verbindung, wie ich dort während meines Bachelorstudiums lernte.

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