RUB bekennt Farbe
ZwangsarbeiterInnen in Stahlhausen: Stadtrundgang klärt auf
Die Baarestraße in Bochum-Stahlhausen: Wolfgang Dominik (r.) referiert über Bedingungen der ZwangsarbeiterInnen. Foto: euli

Der Bochumer Verein gehörte zu den größten Rüstungsproduzenten des Nazi-Regimes und wurde bis 1945 mehrfach als „nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnet. Während des Zweiten Weltkrieges raubten die FaschistInnen die nötigen ArbeiterInnen aus den besetzten Gebieten, größtenteils aus der Sowjetunion, die sie unter sklavenähnlichen Bedingungen für ihre Zwecke einsetzten: Die etwa 32.000 ZwangsarbeiterInnen zwischen 8 und 80 Jahren kamen so nach Bochum. 

Studi-VertreterInnen beteiligen sich an Gegenprotesten zum „Tag der deutschen Zukunft“

Solidarität und Unterstützung mit den GegenaktivistInnen des größten deutschlandweiten Naziaufmarsches am 4. Juni in Dortmund: Das entschied das Studierendenparlament (StuPa) mehrheitlich in der letzten Sitzung.

Abgerissene und bekritzelte Plakate von RUB bekennt Farbe werfen Fragen auf
Die Plakate mit den Gesichtern sollten die Uni bunt machen: In der letzten Woche wurden einige beschmiert und abgerissen.	Foto: bent

Hakenkreuze auf Toiletten, rechte Parolen am GB-Vorlesungssaal oder Hitler-Schnurrbärte auf den Plakaten der RUB bekennt Farbe-Kampagne: Offensichtliche rechte Aktivitäten an der RUB sorgen für eine Diskussion, wie man mit rassistischen Ressentiments auf dem Campus umgehen soll. Auch das Kampagnenkonzept von RUB bekennt Farbe ist dabei ein Thema.

Lebens- und fremdenfeindlich: Aufkleber mit Rasierklingen
Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassimsus: Der AStA der Ruhr-Uni verurteilt die gefährlichen Aufkleber aufs Schärfste. Foto-Quelle: Facebook, RUB-AStA

Am Donnerstag warnte der AStA auf seiner Internet- und Facebook-Seite vor fremdenfeindlichen Aufklebern mit der Aufschrift „Refugees NOT Welcome“, die auf dem gesamten Campus von Unbekannten angebracht worden seien. Angeblich waren unter ihnen Rasierklingen versteckt, die das Entfernen zu einer gefährlichen Sache machen. Laut Pressestelle der RUB wurden bisher keine Klingen gefunden.

Wir bekennen Farbe: Aktion gegen Nazis &Fremdenfeindlichkeit
Feuer und Flamme gegen Frost und Nazis: Studierende bringen Plakate an. Foto: bent

Mit bunten Plakaten setzt die Initiative RUB bekennt Farbe ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Die :bsz hat die Aktion begleitet.

Kurzfristige Zusammenkunft: AStA veranstaltet Friedenstreffen
Friedliche Stimmung: In sich gekehrt verfassten die Teilnehmenden Botschaften auf ihren Zettelchen. Foto: kac

Nach den Terroranschlägen in Paris kam Mohamed Ali Saidi, AStA-Referent für Kultur und Internationalismus, die Idee, eine Friedensversammlung zu organisieren. So hat er zusammen mit „RUB bekennt Farbe“ und dem AStA vor Pablo Picassos „Guernica“ an der Wand der Universitätsbibliothek am vergangenen Donnerstag gegen Krieg und Terror demonstriert.

Studivertretung besorgt über rassistische Propaganda an der RUB

Letzte Woche fanden sich im Foyer des Studierendenhauses erschreckende Flugblätter im öffentlichen Flyerregal: Lausige Schwarzweißkopien mit einem wirrem Sammelsurium von undeutlichen Fotos und kryptischen Textfetzen, die ihren Mangel an Orthografie und Grammatik durch eine inflationäre Fülle von Ausrufezeichen wieder wettmachen zu wollen scheinen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Was da letztlich steht, ist ausländerInnenfeindlich. Wer die Zettel verteilt und ob noch mehr davon im Umlauf sind, ist nicht bekannt. Der AStA mahnt aber „Augen auf!“ und ist für Hinweise dankbar.

AStA und CampusGrün kritisieren Facebook-Seite „RUB bekennt Farbe“

Unter dem Slogan „RUB bekennt Farbe“ fand im letzten Semester eigentlich eine antirassistische Kampagne der Uni-Verwaltung und des AStAs gegen Nazi-Umtriebe auf dem Campus statt. Nun sorgt unter dem gleichen Namen eine „Satire“-Facebookseite für Empörung, bei der vor allem die Listen Grüne Hochschulgruppe (GHG), Linke Liste (LiLi) und B.I.E.R. verunglimpft werden. Verbindungen zur „RUB knallhart“-Massenmail sind nicht ausgeschlossen. Der AStA distanzierte sich derweil von den Inhalten der Seite.

Nur wenige Studierende beteiligen sich am Diskurs über den Umgang mit Rechtsextremen
Adama Sunshine & The Sunshine Reggae: Spielten am 18. Juli anlässlich der Kampagne „RUB bekennt Farbe“ im KulturCafé. Foto: bent

Obwohl die Frage nach dem Umgang mit Rechtsextremismus im universitären Kontext nach der Debatte um den RUB-Studenten Michael Brück hier aktueller denn je ist, klagt die von der Uni-Verwaltung mitorganisierte Initiative „RUB bekennt Farbe“ über mangelnde Beteiligung von Seiten der Studierenden.

RUB bekennt Farbe: Die geringe TeilnehmerInnenzahl wirft Fragen auf.
Das Klischee trügt: Studierende haben anscheinend gar keine Lust auf lange Diskussionen wie hier beim Runden Tisch gegen Rassismus. Foto: bent

Die Kampagne „RUB bekennt Farbe“ erreicht die Studierenden nicht. Zu dieser Erkenntnis kamen auch die Beteiligten des Runden Tisches am 16. Juli. Auch die Universitätsverwaltung, welche die meisten Veranstaltungen initiierte, beklagte dies und schlug vor, sich in Zukunft zurückzuziehen und VertreterInnen der Studierendenschaft die Gestaltung und Organisation der Kampagne zu überlassen. Ob es gemeinsame Aktionen von AStA und Oppositionslisten geben wird, ist allerdings noch offen. Währenddessen setzten viele Studierende beim RUB-gegen-Rechts-Konzert ein Zeichen gegen neofaschistische Umtriebe an der Uni.

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